Sechs von zehn jungen Erwachsenen nutzen soziale Netzwerke wie Facebook, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren. Die Medienwelt befindet sich im Wandel.

In dem Buch „ÜBER MORGEN“ werden zum Beispiel Chefredakteure von angesehenen Zeitungen befragt, wie sich der Journalismus in den weiteren Jahren entwickeln wird. Herr Martin Baron (USA) ist Chefredakteur der Washington Post und er war gerne bereit, ein Interview zu dem Thema zu geben. Auf die Frage, was unter Qualitätsjournalismus zu verstehen ist, antwortet er unter anderem, dass eine sehr präzise Recherche die Basis ist, um glaubwürdige Artikel zu schreiben. Eine solche Recherche ist natürlich mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, aus diesem Grund ist der hochwertige Journalismus nur mit dem dazu passenden Budget möglich.

Werbung
Werbung

Bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken werden zu oft Fake News versendet, die gar nicht in Hinsicht auf die Korrektheit der Informationen überprüft worden sind. Zusätzlich fehlt den Facebook-Botschaften manchmal die Objektivität und es besteht die Gefahr, dass die Leser über Nachrichten-Inhalte informiert werden, die nicht immer im Einklang mit der Realität stehen. Die Zukunft des Journalismus sieht Herr Martin Baron (USA) zum Beispiel im mobilen Bereich, denn über das Handy oder das Smart Phone lassen sich die Leser und Leserinnen mit kurzen und aktuellen News sehr schnell erreichen. Dementsprechend müssen die Nachrichteninhalte optisch und inhaltlich auf die mobilen Nachrichtenkonsumenten abgestimmt werden. Der Video-Journalismus ist ein weiteres Medium, das in Zukunft seiner Meinung nach noch weiter ausgebaut werden sollte.

Werbung

In dem Buch folgen weitere Interviews, Dr. Christioph Kucklick (GER) ist Chefredakteur von Geo und meint, dass für einfache News Textroboter durchaus ausreichen. Für die Zukunft prognostiziert er, dass hochwertige Presseartikel weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Medienlandschaft bleiben werden. Anja Reschke (GER) gehört zum NDR und hat selbst erlebt, wie Diskussionen in den sozialen Netzwerken in Richtungen eskalieren können, die weit von einem seriösen und sachlichen Journalismus entfernt sind.

„ÜBER MORGEN“ und das Fazit zum Buch

Das Buch ist meiner Meinung nach sehr schön gestaltet worden und fällt durch das Cover, die brillanten Bilder und die interessanten Interviews positiv auf. Als Querschnitt durch die Antworten der Gesprächspartner kristallisiert sich heraus, dass in Zeiten der sozialen Netzwerke und mobilen Smart Phones einer der Schwerpunkte des Journalismus auf der kurzen Nachricht liegt. In diesem Bereich besteht durchaus das Risiko, dass immer mehr Text-Roboter eingesetzt werden.

Werbung

Parallel dazu brauchen aber Journalisten und Journalistinnen, die hochwertige Presseartikel mit einer genauen Recherche schreiben, keinen Stellenabbau zu befürchten, wenn das Budget der jeweiligen Verlage mit den hohen Anforderungen an den Qualitätsjournalismus tatsächlich kompatibel ist. Alle, die einen Blick in die Zukunft des Journalismus wagen möchten, sollten nicht bis „ÜBER MORGEN“ warten, sondern das Buch demnächst lesen.

Der Serviceteil zu dem Buch „ÜBER MORGEN“

Titel: Über Morgen

25 Interviews zur Zukunft des Journalismus

Interviewer: Oliver Nermerich,

Carsten Christian und Katalina Präkelt

Verlag: www.osk.de

Seitenzahl: 209

ISBN-Nr.: 978-3-00-055220-5

Preis: 19,90 Euro #„ÜBER MORGEN“