Die milliardenschwere Versicherungsbranche treibt vor allem die Frage an: Wie können wir noch mehr Geld verdienen? Dabei spielt Angst eine entscheidende Rolle. Vor zehn Jahren boomten Sterbegeldversicherungen, weil man den Leuten erklärte, dass ihre Angehörigen die Beerdigung nicht mehr zahlen könnten. Nun sind es die Cyberkriminellen, die an unser Geld wollen. Die Gefahr besteht und die Kriminalität steigt in diesem Bereich. Aber da kann die #Ergo auch nicht viel dran ändern. Vor vier Jahren hatte die CosmosDirekt #Versicherung, die zum Generali Konzern gehört, den Finanzschutzbrief erfunden. Die ErgoDirekt zog nach. Der Nürnberger Direktversicherer verkauft selbst schon länger den Internet-Schutzbrief für 6,90 Euro im Jahr. Mit GMX hat man noch eine deutlich teurere Variante auf den Markt geworfen. Den "#GMX Cyberschutz".

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Weniger Leistungssumme als im Original

Für Freemail-Kunden des Mailanbieters verlangt man gleich mal 19,99 Euro im Jahr (Premiumkunden 9,99 Euro/Jahr) und damit über 13 Euro mehr als bei der ErgoDirekt direkt. Die Vermögensschäden, also wenn Kriminelle ihr Konto plündern oder die Kreditkarte missbrauchen, werden bis zu 10.000 Euro abgesichert. Dabei würde man bei der Ergo 15.000 Euro bekommen, wenn man nicht über GMX abschließt. Sonstige Konditionen sind fast identisch. Warum ist es so unverschämt teurer? Wenn man über den Mailanbieter bucht, gibt es noch eine Lizenz für einen PC für das Antivirus Programm von Kaspersky. Das bekommen Sie im Handel bereits für unter 20 Euro oder bei Kaspersky im Monatsabo.

Kreditkartenfirmen schützen ihre Kunden

Was die Versicherungen bei den Konto- und Kartenpolicen gern verschweigen: Die Kunden brauchen den Finanzschutz nicht wirklich, weil sie über die Banken und Kartenherausgebern versichert sind. Dort haftet der Verbraucher bei Missbrauch meist nur bis zu 50 Euro selbst. Die großen Kartenanbieter verzichten sogar auf die Summe, wenn man sofort die Karten sperren lässt. Versicherungen malen da lieber ein drastischeres Bild, denn die Finanzpolicen sind ein echter Umsatzbringer. Von grob fahrlässig ist da schnell die Rede. Dabei sind es die Banken und Kreditkartenherausgeber, die eine solche grobe Fahrlässigkeit erstmal beweisen müssen. Außerdem kann man ein Kreditkartenkonto nicht auf die schnelle mehr plündern. American Express und zahlreiche Herausgeber von Visa und Mastercard haben interne Limits pro Transaktion, die sich am bisherigen Kaufverhalten orientieren. Auffällige Transaktionen führen oft zur Sperrung. Die Advanziabank sperrte bis Ende 2016 sogar ihre Mastercard Gold bei einigen Einkäufen über die Deutsche Post vorsorglich, weil die E-Filiale unsicher erschien.

Fazit:

Der GMX Cyberschutz bietet zwar einen Schutz, den bekommen Sie aber bei den Finanzhäusern fast immer umsonst. Außerdem gibt es beim Mailanbieter sogar die Kaspersky Sicherheit ab 1,99 Euro monatlich separat. Machen Sie sich bitte stets klar, dass Ihre Kreditkarten und Konten durchaus schon abgesichert sind. Die Versicherung wirbt zwar noch mit Schutz beim Onlineshopping. Den bekommen Sie auch bei vielen Kreditkarten inklusive, zum Beispiel bei der Amazon VisaCard; dann auch über Paypal, bei Sofortüberweisung oder auch via Trustedshop, den unzählige Onlinehändler angehören. Die Versicherung ist also überflüssig. Abschließend ist fairerweise zu erwähnen, dass GMX durchaus attraktive Vorteile seinen Premiumkunden anbietet und die auch zu empfehlen sind. Der Cyberschutz gehört diesmal definitiv nicht dazu.

Foto: 1&1 Mail Werbung