(QN/NYC) Martina Malec, Human Resources Managerin beim bayerischen Autobauer BMW hat im Gespräch mit der Hamburger Wochenzeitung "DIE ZEIT" erklärt, wie sich die Erwartungen an neue Mitarbeiter mit der Zeit gewandelt haben. Modernes Personalmanagement schaffe gezielt Freiräume für die Mitarbeiter, in denen sie ähnlich wie in einem Start-up Unternehmen arbeiten können. Neue Ideen auszutesten, ohne dass gleich eine Maschinerie an internen Prozessen anläuft, sei ein wichtiger Punkt, eine Innovation. Bei BMW werde dies vor allem bei Tochtergesellschaften ausprobiert: etwa bei "Designworks", das außer Fahrzeugen auch Schiffe oder Skiausrüstungen designe.

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Solche kleineren Units seien auch rein räumlich von zentralen Entwicklungszentren getrennt in München, Ulm und im kalifornischen Los Angeles. Dort enstünden eigene Kulturen, die Softwareentwickler und Designer inspiriere.

Neue Kultur!

Das Aussetzen der Wehrpflicht und die verkürzte Schulzeit auf zwölf Jahre habe in Kombination mit der radikalen Umstellung des deutschen Universitätssystems auf Bachelor- und Masterabschlüsse das Einstiegsalter in den Beruf massiv gesenkt. Absolventen kämen heute in den frühen Zwanzigern von der Uni, wodurch sie noch viel Zeit hätten sich im Unternehmen zu entwicklen. Gerade in jungen und kleineren Einheiten könne man sich heute mehr denn je zum Generalisten kultivieren. Wer viele Erfahrungen außerhalb starrer Strukturen sammeln könne, wisse bald genauer, was er mag und was er nicht mehr möchte.

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Dies sei eine gute Entwicklung.

Mehr Wirtschaftspsychologie?

Tobias Heil vom Projekt "Change" bei der deutschen Vertretung des "#Psychologie Verbund" in Berlin stimmt dieser Sichtweise zu. Gleichzeitig gibt der Psychologe zu bedenken, dass dies allerdings nur für wahrhaftig freiheitliche Unternehmensstrukturen gelte. Manche Unternehmen klebten einfach nur das Etikett "neu" oder "innovativ" auf alte Strukturen. Dies führe dann zu schlechten Resultaten und desillusioniere junge Arbeitnehmer. Er rät den Personalern der großen Unternehmen, zunehmend auf den Rat von studierten #Wirtschaftspsychologen zu setzen. "Die akademische #Wirtschaftspsychologie hat in Deutschland noch nicht den Stellenwert und die Anerkennung, die sie verdient", so Heil. Er sieht im Berufsstand des wissenschaftlich ausgebildeten Wirtschaftspsychologen einen der wichtigsten Berufe der Zukunft, auch um das Problem Burnout zu mildern. Von Ausbildungen im Schnellverfahren, etwa in Kursen an IHKs und anderen "Instituten" hält Heil nichts. "Das Fach Wirtschaftspsychologie gehört an Hochschulen oder Universitäten und sonst nirgendwo hin", pocht der Psychologe auf hohe Qualitätsstandards.