Die Sítzung der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte fand am 20.09.2017 im LWL-Gebäude in Münster statt.

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Werkstatträte (WR) ist der Dachverband aller Werkstatträte der Werkstätten für #behinderte Menschen.

Die Tagesordnungspunkte

1.) Begrüßung durch die Vorsitzende der LAG WR NRW Ute Wegener, Matthias Münning (LWL) und Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS.)

2.) Die Mitbestimmungsrechte der Werkstatträte wurde in der neuen Werkstättenmitwirkungsverordnung (WMVO) von Heinz-Jürgen Uffmann vorgetragen.

3.) Wie die Mitbestimmung im Arbeitsalltag der Werkstätten aussieht und genau funktioniert wurde von Wolfgang Cremer (Verdi-Süd), Konstantin Fischer, BAG WfbM, Martin Kisseberth (Werkstatträte Deutschland), Martina Lindner-Wöhning (MAIS), Christoph Schnitzler (GF WfbM Neuss), Marlies Wiesemann (LWL-Behindertenhilfe) und Ute Wegener (Vorsitzende der LAG WR NRW) vorgetragen.

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4. In welchen Bereichen kann der Betriebsrat mitreden und in welchen nicht?

5. Kabarett mit Herrn Meyer

6. Welche Entscheidung ist besser ? - Vertrauenspersonen aus der Werkstatt oder außerhalb der Werkstatt? Rede von Johannes Herbertz (Sprecher der LAG WR NRW)

7. Interview von Jürgen Linnemann (Sprecher der LAG WR NRW) mit Heinrich Thies (Vertrauensperson)

8. Fragenrunde durch die anwesenden Personen der jeweiligen Werkstatträte.

Das im Jahr 2017 verabschiedete Bundesteilhabegesetz (BTHG) bringt einige wichtige Änderungen mit sich. So gibt es eine Werkstättenmitwirkungsverordnung, in der Regelungen für Werkstatträte beschrieben sind.

So setzt sich die Anzahl der maximal möglichen Personen für einen #Werkstattrat einer WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) nach der Anzahl der in der WfbM Wahlberechtigten Beschäftigten zusammen.

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Lt. § 3 Absatz 1 WMVO (Anzahl der Werkstattratsmitglieder)

besteht ein Werkstattrat bei

a) bis zu 200 Wahlberechtigten aus 3 Mitgliedern

b) bei 201 bis 400 Wahlberechtigten aus 5 Mitgliedern

c) bei 401 bis 700 Wahlberechtigten aus 7 Mitgliedern

d) bei 701 bis 1000 Wahlberechtigten aus 9 Mitgliedern

e) bei 1001 bis 1500 Wahlberechtigten aus 11 Mitgliedern

f) bei mehr als 1500 Wahlberechtigten aus 13 Mitgliedern

§ 37 Absatz 3 WMVO (Freistellung)

In Werkstätten mit wenigstens 200 Wahlberechtigten ist der Vorsitzende oder die Vorsitzende des Werkstattrates auf Verlangen von der Tätigkeit freizustellen, in Werkstätten mit mehr als 700 Wahlberechtigten auch die Stellvertretung.

Eine Freistellung gibt es nicht automatisch, denn der Vorsitzende und auch sein Stellvertreter muß sich dahingehend äußern, daß er eine Freistellung haben möchte, § 37 Absatz 4 WMVO (Anspruch über Freistellung für Fortbildungen) um die Arbeit im Werkstattrat zu bewältigen.

§ 37 Absatz 4 WMVO (Anspruch über Freistellung für Fortbildungen)

Jedes Mitglied des Werkstattrates hat während seiner regelmäßigen Amtszeit Anspruch auf Freistellung ohne Minderung des Arbeitsentgelts für insgesamt 15 Tage zur Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen.

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Der Anspruch erhöht sich für Werkstattbeschäftigte, die erstmals das Amt eines Mitgliedes des Werkstattrates übernehmen, auf 20 Tage.

Neu ist die Mitbestimmung des Werkstattrates lt. Bundesteilhabegesetz, ebenso wie eine Kollegin als Frauenbeauftragte.

Mitwirkung des WR (Werkstattrates)

a.) Die Arbeits-Ergebnisse der Werkstatt

b.) Gesunderhaltung am Arbeitsplatz

c.) Wichtige Dinge lernen und erster Arbeitsmarkt

d.) Der Arbeitsplatz und die Ausstattung

e.) Der Arbeitsplatzwechsel

f.) Bauvorhaben in der Werkstatt und andere Werkstatt-Veränderungen.

Mitbestimmung des WR (Werkstattrates)

a.) Die Beschäftigten und die Werkstattordnung

b.) Die Arbeits-Zeiten

c.) Das Entgelt für die Arbeit

d.) Der Urlaub

e.) Die Verpflegung

f.) Überwachungstechnik in der Werkstatt

g.) Fortbildungen für die Beschäftigten

h.) Sanitär-Räume und Pausen-Räume

i.) Soziale Aktivitäten für die Beschäftigten

Die Vermittlungsstelle

§ 5 Absatz 3 WMVO

Die Werkstatt hat den Werkstattrat in den Angelegenheiten, in denen er ein Mitwirkungsrecht oder ein Mitbestimmungsrecht hat, vor Durchführung der Maßnahme rechtzeitig, umfassend und in angemessener Weise zu unterrichten und anzuhören. Beide Seiten haben auf ein Einvernehmen hinzuwirken. Lässt sich Einvernehmen nicht herstellen, kann jede Seite die Vermittlungsstelle anrufen.

Die Vorträge im Saal des LWL wurde zwischendurch durch einen Kabarettisten aufgelockert. Gegen 15:15 endete die Sitzung.

Mehr Infos unter: werkstattraete-deutschland.de

#Arbeitsamt