Als der Ökonom Friedrich List (1789-1846) in den 1830er Jahren, also keine 30 Jahre nach der Erfindung der Dampflokomotive, ein deutsches Fernbahnnetz entwickelte, plante er auch eine Bahnstrecke zwischen #Berlin und München. Damals legten Postkutschen die gut 500 Kilometer lange Entfernung in einer halben Woche zurück. Mit den ersten Fernzügen ab 1851 verkürzte sich dies auf 17 Stunden. Heutige Reisende benötigen nur noch etwas mehr als 6 Stunden, doch ab dem Fahrplanwechsel der #DeutscheBahn am 10. Dezember werden die #ICE in viereinhalb Stunden zwischen den beiden Städten verkehren. Dann wird nämlich das letzte Teilstück des "Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8" (VDE.8) eröffnet.

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Prestigeprojekt Deutsche Einheit

Zusammen mit 16 anderen VDE wurde es 1991 zur besseren Vernetzung von Ost- und Westdeutschland beschlossen und ist dabei das größte und eines der letzten Fertiggestellten. Geplant wurde eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin nach Nürnberg, die in drei Teilstrecken eröffnet werden sollte. Die erste zwischen Leipzig und Berlin ging bereits 2006 in Betrieb die zweite folgte 2015. Nun sollen auch zwischen Erfurt und Nürnberg die Züge rasen. Mit bis zu 300 km/h gleiten die ICE dann durch den Thüringer Wald.

Vor allem die letzte Strecke ist umstritten, einige zweifeln ihren Nutzen an, andere kritisieren besonders die durch den Bau verursachten Umweltschäden in dem Mittelgebirge. Die Stadt Jena hält den Umweg über die thüringische Landeshauptstadt für den größten Planungsfehler, immerhin werden die 100 000 Einwohner dann nur noch vom Ost-West-Fernverkehr bedient.

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Statt die Universitätsstadt als Eisenbahndrehkreuz auszubauen, hatten sich die Planer entschieden, einen Umweg über Erfurt zu machen um den Fernverkehr in Thüringen in einer Stadt zu bündeln.

Neuer Fahrplan, neue Linien

In Erfurt sollen mit dem neuen Jahresfahrplan auch die sogenannten Sprinter halten, täglich sollen je Richtung zwischen Berlin und München drei Express-ICE eingesetzt werden, die nur in einigen Städten halten und über Halle statt Leipzig fahren. Sie erreichen die Rekordzeit von 3 Stunden und 55 Minuten pro Strecke. Die normalen ICE, die deutlich häufiger fahren werden, brauchen für die Distanz etwa eine halbe Stunde mehr.

Insgesamt wird die Neubaustrecke als ein großer Erfolg gewertet, hat doch gerade die Deutsche Bahn mit Großprojekten seit längerem zu kämpfen. Auch diese Baustelle wurde mit Kosten in Höhe von circa 10 Milliarden Euro deutlich teurer als erwartet, hat allerdings auch einen sehr hohen Nutzen, so werden mehrere Städte direkt und in kürzerer Zeit mit den beiden Millionenstädten verbunden und durch die kürzere Fahrzeit will die Bahn auch besser mit Fernbussen und Flugzeugen konkurrieren können.

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Passenderweise ist durch die AirBerlin-Pleite gerade ein Gegner weggefallen. Auf der Prestigestrecke sollen dann besonders die jüngeren Züge der ICE-Flotte verkehren um das Image der Bahn zu verbessern und sich als luxuriöser und günstiger Konkurrent zum Flugzeug zu etablieren. #Deutschland #Verkehr