Das Bienensterben ist schon länger kein unbekannter Umstand mehr. Deshalb beschäftigt sich nun auch die Veterinär-medizinische Universität (Vet-Med-Uni) Wien mit diesem Problem.

Die größten Verluste haben die Bienenvölker im ostösterreichischen Gebiet. Sie verzeichnen einen hohen Winterverlust. Trotz im Herbst durchgeführter Varroa-Behandlung, die die Zahl der Milben dezimieren soll, wird die hohe Menge der ausgestorbenen Völker beklagt. Bekannte Gründe dafür sind die gestiegenen Zahlen der Varroamilbe, oder aber auch die Langzeitwirkung verschiedenster Pestizide der landwirtschaftlichen Schädlingsbekämpfung.

Hinzukommend beschreibt Dr. Benjamin Lamp von der Vet-Med-Uni Wien ein neues Problem: Die Milbe in Verbindung mit Virusinfektionen. Er argumentiert mit der Hypothese, dass der vorige Winter 2013/14 zu warm war und das dadurch die Bienenkönigin durch den Winter gebrütet hat, anstatt zu pausieren. Dadurch haben sich auch die Viren innerhalb der Völker vermehrt. Der perfekte Überträger dieser Viren ist dann die Varroamilbe. Vor allem sind dadurch Ost- und Südösterreich betroffen, weil diese Regionen tiefer liegen und dort wärmere Temperaturen herrschen. Normalerweise kann eine Biene einen Virus unterdrücken, um den Fortbestand des Volkes zu sichern. Es gibt viele Viren, die sich in Bienenvölkern ausbreiten. Bei der Honigbiene sind mindestens 20 verschiedene Arten bekannt. Dr. Benjamin Lamp meint, wenn die Milbe mit dem Flügeldeformationsvirus oder der Bienenlähme zusammentrifft, das dadurch das natürliche Gleichgewicht erheblich gestört wird. In der Vet-Med-Uni Wien wird darum geforscht, weshalb sich wegen den Varroamilben die Viren so zahlreich vermehren.

Um das Bienenvolk vor den Viren zu schützen, gäbe es die Möglichkeit, die im Winter gelegte Brut aus dem Bienenstock herauszuschneiden. Diese Aktion würde aber den natürlichen Aufbau im Bienenvolk, bzw. die konstante Temperatur im Inneren stören oder sogar zerstören. Ein weiterer Weg wäre das Wegsperren der Königin und einiger ihrer Arbeiterinnen in einem Käfig, um sie am Brüten zu hindern.