In einem kürzlich veröffentlichten Dokument präsentiert die australische Gesundheitsbehörde (National Health and Medical Research Council - kurz: NHMRC) die Resultate von den, seit dem Jahr 2013 durchgeführten Untersuchungen von 57 Meta-Studien und 176 wissenschaftlichen Artikeln zur Wirksamkeit von Homöopathie. Die Behörde kommt dabei zu dem Schluss, dass es keine wissenschaftlich haltbaren Hinweise dafür gibt, dass Homöopathie über das Maß des sogenannten Placebo-Effekts hinaus wirkt.

Es wird zwar zugegeben, dass es einzelne Untersuchungen gibt, welche auf einen Effekt hindeuten, der über der Schwelle des Placebo-Effekts liegt. Doch diese Untersuchungen weisen laut der Behörde fast alle so gravierende methodologische Mängel auf, dass sie von vornherein nur bedingt als brauchbar betrachtet werden können.

Für manche Beobachter werden diese Resultate als Déjà-vu erscheinen, gab es doch bereits in der Vergangeheit mehrere großangelegte Studien und auch Meta-Studien - sozusagen Studien über Studien - über die Wirksamkeit der Homöopathie, welche mit ähnlichen Ergebnissen aufwarten konnten.

So publizierte die renommierte amerikanische Fachzeitschrift für Medizin, "The Lancet" bereits im Jahr 2005 eine Meta-Studie über die Wirksamkeit von Homöopathie mit vergleichbarem Resultat.

Und bereits viel früher kam es zu der sogenannten "Marburger Erklärung", eine öffentliche Erklärung zur Ablehnung der Homöopathie von Seiten der akademischen Medizin aus dem Jahr 1992. Diese ist, wenn auch etwas "direkter" in der Ausdrucksweise, inhaltlich nicht dem Resümee der australischen Gesundheitsbehörde ausgesprochen ähnlich. So schreiben zum Beispiel die damaligen Vertreter des Fachbereichs Humanmedizin an der Philipps-Universität Marburg in der Erklärung:

"Wir betrachten die Homöopathie nicht etwa als eine unkonventionelle Methode, die weiterer wissenschaftlicher Prüfung bedarf. Wir haben sie geprüft. Homöopathie hat nichts mit Naturheilkunde zu tun. Oft wird behauptet, der Homöopathie liege ein 'anderes Denken' zugrunde. Dies mag so sein. Das geistige Fundament der Homöopathie besteht jedoch aus Irrtümern ('Ähnlichkeitsregel'; 'Arzneimittelbild'; 'Potenzieren durch Verdünnen'). Ihr Konzept ist es, diese Irrtümer als Wahrheit auszugeben. Ihr Wirkprinzip ist Täuschung des Patienten, verstärkt durch Selbsttäuschung des Behandlers."

Dass sich die Homöpathie, welche im Jahr 1796 vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann als Alternative zu damals gängigen und oftmals lebensbedrohlichen Behandlungsmethoden wie Aderlass entwickelt wurde, nach wie vor so großer Beliebtheit erfreut, ist im Licht der neuen, und alten Erkenntnisse nur schwer nachzuvollziehen.

Ob es mit der Veröffentlichung der australischen Untersuchungen zu einer Abkehr der Bevölkerung "down under" von der Homöopathie kommen wird, wird sich erst zeigen müssen.

Bild: Wikidudeman.