Unter dem Beisein von Bundespräsident Heinz Fischer und weiteren honorigen Persönlichkeiten eröffnete Rektor Heinz W. Engl am Donnerstag, den 12. März die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr der größten Universität Österreichs. Dies ist Anlass für ein vielfältiges Programm: Ausstellungen, Publikationen, aber auch Festivals und vieles mehr.

"Die Uni tanzt!"

Es wurden offenbar keine Kosten und Mühen gescheut, die ganze Stadt mitfeiern zu lassen. So gibt es zum Beispiel eine eigene "Jubiläums-Bim" (Straßenbahn), die ihre Runden auf der Wiener Ringstraße dreht. Wo vor fünf Jahren noch Transparente klarstellten, "Die Uni brennt!", lassen jetzt bunte Fahnen wissen: "Die Uni tanzt".

Dabei ist das Zielpublikum sehr breit gefächert. Schon beim Neujahrskonzert 2015 konnte die ganze Welt das Ballett durch die Gänge des Universitätsgebäudes tanzen sehen. Sogar eine Tatort-Folge nützte das altehrwürdigen Gemäuer der Uni als Kulisse. Und Papst Franziskus höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen, ein Schreiben anlässlich des Jahrestags nach Wien zu schicken.

Ist den Studierenden nach Feiern zumute?

Doch nicht alle feiern mit – vor allem unter den Studierenden werden kritische Stimmen laut. So reagiert die ÖH, die Österreichische Hochschüler_innenschaft, mit einer Stellungnahme auf die stark beworbenen Feierlichkeiten mit der Frage, was es denn zu feiern gebe und hinterfragt kritisch die Slogans, mit denen sich die Universität rühmt. Vor allem "Besserwisserin seit 1365" ist, nicht zuletzt hinsichtlich des Schwerpunkts des Jubiläumsjahres "Gendergerechtigkeit", eher fragwürdig. Erst seit 1897 wird Frauen der Zugang zur Universität gewährt und 1945 wurden alle Fakultäten für Frauen geöffnet.

Im Ranking kommt die Uni Wien eher schlecht weg

Nicht nur bei der Hochschüler_innenschaft kommt die Universität schlecht weg, schon des längeren haben sich österreichische Unis in internationalen Rankings von den Top 100 verabschiedet. Mit diesen Infos war auch Wissenschaftsminister Mitterlehner bei der Pressekonferenz anlässlich der Feierlichkeiten konfrontiert und entgegnete den Vorwürfen: "Lassen Sie sich nicht irritieren von Rankings, die immer wieder zitiert werden", denn diese würden auf Image-Umfragen basieren, an denen größtenteils Wissenschafter aus den USA, Großbritannien oder Ostasien arbeiteten.