Am 28. März 2015 brachen der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly mit, dem ebenfalls aus Russland stammenden Gennadi Padalka, zu einer einjährigen Mission zur Internationalen Raumstation ISS (International Space Station) auf. Die drei werden sich doppelt so lange wie üblich dort befinden, noch nie zuvor hat sich jemand so lange auf der ISS aufgehalten.

Die Raumkapsel, benannt "Sojus TMA-16M", startete in der Nacht des 28.3. in der Kasachischen Steppe, der Flug zur ISS dauerte rund sechs Stunden. Ziel der Mission ist es, medizinische und biologische Erkenntnisse zu gewinnen, um den in mehreren Jahren eventuell möglichen Flug zum Mars anzutreten. Dazu wird die Besatzung mehrere hundert Experimente in den Bereichen Biologie, Biotechnologie und Naturwissenschaft durchführen. Die Schwierigkeit bei solch langen Aufenthalten ist die technische Einrichtung im Weltraum, welche nur für begrenzte Zeit genutzt werden kann, und regelmäßig ausgetauscht werden muss.

Nach einer erfolgreichen Mission wollen Russland und die USA in Zukunft zusammen an der Marsmission arbeiten, über Planung und Finanzierung des Projektes wurde bereits gesprochen. Wegen der momentan angespannten Lage zwischen den beiden Ländern aufgrund der Ukraine-Krise meldet Russland "Moskau werde die Verhandlungsergebnisse der beiden Weltraumbehörden prüfen".

Parallel findet ein zweites Projekt in Zusammenhang mit dem Besatzungsmitglied Scott Kelly statt, nämlich wie sich lange Weltraumaufenthalte auf den Menschen auswirken. Kelly's Zwillingsbruder, selbst erfahrener Astronaut, soll den Vergleich zum Leben auf der Erde darstellen. Die zwei Astronauten-Brüder sind, durch ihre identische Genetik, ideal für diese Untersuchungen.

Die ISS wird als Kooperation der Länder USA, Russland, Europa, Japan und Kanada organisiert, und ist eines der politisch komplexesten Weltraumprojekte die je verwirklicht wurden. Den bisherigen Rekord des längsten Aufenthalts im All stellt der Russe Waleri Poljakow, der, 1994, 437 Tage auf der Raumstation "Mir" verbrachte.

Über den ISS-Astroviewer lässt sich die aktuelle Position der ISS verfolgen. Eine Karte zeigt den, sekündlich aktualisierten, aktuellen Blick der ISS auf die Erde. Zeit, Geschwindigkeit, Bodenpunkte und die Höhe der ISS (rund 400 km über der Erdoberfläche) können dabei beobachtet werden.

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de