Der Ili-Pfeifhase wurde seit langem wieder gesichtet und nun verbreitet sich viral unheimlich schnell das Foto des "magic bunny", wie das Tierchen auch genannt wird. Mit seinen Knopfaugen aus dem flauschigen Fell blickt es geradewegs in die Kamera. Der Lebensraum der Ili-Pfeifhasen befindet sich im Nordwesten Chinas, im Hochgebirge des Tian Shan.

Der chinesische Forscher Li Weidong sichtete das Lebewesen zum ersten Mal 1983 und erinnert sich noch lebhaft an die erste Begegnung. BBC gegenüber erzählt er: "Ich bestieg einen Berg schon seit vier Stunden und war gerade dabei eine Verschnaufpause zu machen, als ich plötzlich den Schatten einer kleinen Kreatur sah." Weiter erzählt Li Weidong, "Ich setzte mich auf einen Stein, als plötzlich zwei Hasenohren aus einer Steinspalte hervor schauten. Das kleine Ding starrte mich an, und blinzelte. Ich dachte, das ist die schönste und bizarrste Kreatur, die ich je gesehen hatte. Ich traute meinen Augen nicht."

Seitdem ist er dem Ili-Pfeihasen (Ili-Pika) auf der Spur, doch die letzte von den insgesamt 29 Sichtungen, war in den frühen 1990ern, seitdem wurden nur indirekte Spuren, wie Kot und Fußabdrücke gefunden. 2014 stellte Li Weidong schließlich Kamerafallen im Hochgebirge des Tian Shan auf und es gelang ihm endlich wieder eine Aufnahme zu machen.

Der Ili-Pfeifhase ist höchst gefährdet, denn laut Schätzungen ist der Rückgang ihrer Population gravierend. Noch Anfang der 1990er wurde die Anzahl der Ili-Pfeifhasen auf ca. 2.000 geschätzt, bei erneuten Bestandsaufnahmen im Jahr 2014 war die Zahl dramatisch zurückgegangen. In den letzten 30 Jahren ist der Lebensraum der Tiere um 71 % zurückgegangen, äußerte Li Weidong gegenüber BBC. Die Gründe für den Rückgang sind unklar, zum einen Krankheiten, der Klimawandel und auch menschliche Aktivität.

Li Weidong meint im BBC-Interview, er hätte viele Rückmeldungen bekommen von Menschen, die den Ili-Pfeifhasen helfen wollen, doch er fürchtet, dass mehr Aufmerksamkeit auch zu mehr Gefahr für die niedlichen Tierchen führt.