Seit 80 Jahren haben Forscher und engagierte Laien weltweit einen Traum: die Sichtung des Ungeheuers von Loch Ness. Der Süßwassersee liegt mitten in den schottischen Highlands, und sein tiefster Punkt beträgt 230 Meter. Loch Ness ist zwar nur der zweit tiefste See der britischen Inseln, besitzt aber mit 132 Metern die größte mittlere Tiefe. In dem berühmten See tummeln sich zahlreiche Fischarten wie der europäische Aal, der atlantische Lachs oder der dreistachlige Stichling.

Loch Ness gilt als eines der fischreichsten Gewässer Großbritanniens, in dem ein schlangengleiches Wesen mit einer Länge von bis zu 20 Metern leben soll. Die meisten Wissenschaftler sehen die Berichte über die Existenz dieses Tieres, das im Volksmund liebevoll "Nessie" genannt wird, eher skeptisch. Trotzdem wird es geliebt und der Mythos besonders von den Einheimischen und der Tourismusbranche konsequent aufrechterhalten.

"Nessie" könnte ein Nachfahre des Plesiosaurus sein

Bei dem ungeheuren Wesen von Loch Ness könnte es sich um einen Nachfahren des ausgestorbenen Plesiosaurus handeln. Aus den vorliegenden Funden dieser Kreatur aus dem Mesozoikum lässt sich ein großes Tier mit langem Hals und kleinem Kopf konstruieren, das sich mit Flossen fortbewegt. Die mögliche Verbindung zwischen Plesiosaurus und "Nessie" wurde zu einem heiß diskutierten Thema der Kryptozoologie, zumal in der Gegend um Loch Ness viele Skelette dieses Schwimmsauriers gefunden wurden. Wäre das Ungeheuer von Loch Ness allerdings ein solcher Urzeitsaurier, müsste er zum Luftholen häufig an der Oberfläche auftauchen und würde damit regelmäßig über Wasser gesichtet.

Satellitenbild auf Apple Maps soll "Nessie" zeigen

Mit modernster Technik wollen Experten dem Mythos seit langem zu Leibe rücken. Ein-Mann-U-Boote und Sonargeräte kamen zu diesem Zweck bereits zum Einsatz. Mit dem Sonar konnten immerhin "große, sich bewegende Objekte" geortet werden. Ein gewisser Andrew Dixon aus Carlington will im Jahr 2014 "Nessie" plötzlich entdeckt haben, als er rein zufällig einen Blick mit #Apple Maps auf den Loch Ness geworfen habe. Wer jetzt noch Zweifel hat, sollte selbst mal einen Blick riskieren. So gehts: Beim #iPhone oder iPad in die Suchfunktion "Loch Ness, Inverness, Scotland" eintippen, den nördlichen Zipfel des Sees etwas größer ziehen - und schon erscheint "Nessie": Ein riesiger Körper und zwei mächtige Flossen. Yeah!

Nun fahndet auch #Google nach dem Seeungeheuer. Neuerdings können Internet-Nutzer über den Dienst Street View Loch Ness erkunden und sogar abtauchen. Wer Lust hat, geht einfach mit an Bord des Street View Schiffs. Zunächst fällt der Blick auf die Burgruine Urquhart Castle, nahe dem Nessie-Touristenzentrum Drumnadrochit. Dort freuen sich die Verantwortlichen über den anhaltenden Boom. Es lebe der Mythos!

jh

Bildquelle: "Meyerasaurus victor SMNS 12478" von Ra'ike (see also: de:Benutzer:Ra'ike) - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.