Studie liefert sensationelle Erkenntnisse

Der Tod ist das größte Tabu der Menschheit. Dementsprechend viele Fragen sind offen. Welt der Wunder berichtet in einem lesenswerten Bericht über Sam Parnia, der unter dem Namen "AWARE-Study", eine der umfangreichsten Echtfallstudien über Fälle der Wiederbelebung in der Medizingeschichte durchgeführt hat. Die Eckdaten der über vierjährigen Studie sind: 2060 Patienten mit Herzstillstand von denen 330 überlebten und 140 befragt wurden. Wie auf der Onlineplattform zu lesen, gaben 55 Patienten an eine Nahtoderfahrung gemacht zu haben. Sie erinnerten sich genau an die Ereignisse während ihres Herzstillstandes und darüber hinaus.

Überleben wir unseren eigenen Tod?

Berichte über Nahtoderfahrungen sind nichts Neues. Was sich wirklich im Laufe der Zeit ändert, sind die wissenschaftlichen Standards, anhand derer diese Untersuchungen durchgeführt werden und der immer größere Eifer der Kritiker, diese Erlebnisse zu widerlegen. Wie auch Parnias Studie zeigt, weisen die Patienten ein sehr detailliertes und überprüfbares Wissen über die Ereignisse nach dem Herzstillstand auf. Der überwiegende Teil dieser Erlebnisse scheint immer nach dem gleichen Schema abzulaufen: Die Patienten schweben über ihrem Körper und erleben aus dieser Distanz die Wiederbelebungsversuche. Die wirklichen Geschehnisse werden anschließend mit den Erzählungen der Patienten abgeglichen und stimmen bis ins kleinste Detail.

Nahtoderlebnisse oder Halluzinationen

Studien über Nahtoderlebnisse zeigen auch immer öfters auf, das die Gehirnaktivitäten nach einem Herzstillstand weit umfangreicher sind, als ursprünglich angenommen. Laut wissenschaftlichen Standards stellt das Gehirn nach ca. 30 Sekunden seine Aktivität aufgrund des Sauerstoffmangels ein. Kritiker führen die Erlebnisse bei Nahtoderfahrung auf, durch den Sauerstoffmangel bedingte Halluzinationen zurück. Freilich lassen sich durch diese These nicht die, bis ins kleinste Detail stimmenden Beschreibungen der Wiederbelebungsversuche erklären.

Wie lange kann man Reanimiert werden

Die sensationellen Erkenntnisse Parnias beziehen sich aber nur bedingt auf die Erlebnisse während einer Nahtoderfahrung. Vielmehr geht es um den Zeitraum, innerhalb dessen ein Mensch wiederbelebt werden kann und der scheint, nach gängigen Standards nicht länger als 20 Minuten zu sein, denn nach diesen 20 Minuten wird die Herzdruckmassage aufgegeben. Viel zu früh eigentlich, wenn man Parnias Ergebnisse berücksichtigt. Mithilfe einer bestimmten Kühltechnik hat es Parnia geschafft die Reanimationsrate von 21% auf 40% zu erhöhen. Wenn die Reanimationsforschung weiterhin so große Fortschritte macht wird es in einigen Jahren vielleicht möglich sein Menschen, die schon stundenlang tot sind, wieder zurück ins Leben zu rufen.

Foto: Thomas Wenger - CC-BY-SA-2.0 - flickr.com #Gesundheit