Im Film Crank 2 wird der Kopf von Ricky Verona, eines im ersten Teil getöteten Gangsters, in einem Behälter mit Flüssigkeit aufbewahrt. Was damals noch ausschließlich als Gag für Science-Fiction Filme gepachtet schien, könnte demnächst zur Wirklichkeit werden.

Bereits 1950 erste Kopftransplantationen bei Tieren

Bereits 1930 widmete der russische Chirurg Wladimir Petrowitsch Demichow sich der Forschung über Chirurgie. Er war nicht nur der erste, der 1967 eine erfolgreiche Herztransplantation bei einem Warmblütler durchführte, sondern auch der einzige, der eine Monographie über die Transplantation der lebenswichtigen Organe verfasste und veröffentlichte. Seine Forschung war ein Meilenstein für die Chirurgie und ebnete den Weg für jegliche Transplantationen, die heute angewandt werden. Sein Irrtum, dass die Spenderorgane nicht durch Immunreaktionen, sondern durch mangelhafte Arbeit bei der Chirurgie abgestoßen werden, wurde aufgelöst und die kurze Lebenserwartung nach einer Operation von Demichow erklärt.

Besondere Berühmtheit erlangte der "Sputnik der Chirurgie" allerdings nicht durch seine bahnbrechenden Entdeckungen in der Forschung, sondern durch seine Experimente an Hunden in den 1950er Jahren. In jenen Versuchen nähte er den Kopf oder Oberkörper eines ausgewachsenen Hundes an den Körper eines anderen. Die längste post-operative Lebensdauer eines Zweiköpflers, oder Chimära, wie sie nach dem Fabelwesen der griechischen Mythologie benannt wurden, waren 32 Tage.

Die Forschung wird fortgesetzt - mit Affen

Demichows Beispiel folgend führte auch der amerikanische Neurochirurg Robert J. White Kopftransplantationen durch, diese jedoch an Affen. Die Operation gelang, wenn auch mit einem Rückschlag zu den Erfolgen seines russischen Vorgängers. Der Affe reagierte zwar auf Stimuli, konnte essen und atmen, allerdings hatte er durch die Verletzung der Wirbelsäule während der Transplantation keinerlei Kontrolle über den gesamten Körper, unterhalb des Halses. Nach neun Tagen verstarb er ebenfalls an einer Immunabwehrreaktion. 1976 berichtete der Spiegel, dass White im nächsten Jahr plane, die erste Kopftransplantation an Menschen durchzuführen. Obwohl dies nie stattfand, könnte es schon bald Realität werden.

Werden die Transplantationen demnächst auch beim Menschen möglich sein?

Der italienische Neurowissenschaftler Sergio Canavero breitete den Plan für die Operation bereits 2013 aus, 2017 möchte er ihn in die Tat umsetzen, insofern es bei der American Academy of Neurological and Orthopaedic Surgeons Anklang findet. Für die Prozedur gibt es bereits einen Freiwilligen - den Russen Valery Spiridonov, der an Spinaler Muskelatrophie leidet und bereits an den Auswirkungen des Nervenzellenverfalls leidet.

In mancher Hinsicht wirkt die Operation wie ein Hoffnungsschimmer. Es könnte der Durchbruch beim Heilen von Querschnittslähmung und anderen Krankheiten werden, die zu einer Dysfunktion des menschlichen Körpers führen. Aber wie bei den meisten Heilmitteln, stellen sich auch hier die ethischen Fragen.

Welche Menschen sollen ein Recht darauf bekommen, den gesamten Körper eines Toten als ihren eigenen zu übernehmen? In diesem Fall handelt es sich nicht um einzelne Organe, die gespendet werden, sondern um den ganzen Körper, der einst für die gestorbene Person charakteristisch war. Auch der Preis für die Operation, der sich auf geschätzte 12 Millionen Dollar beläuft, selektiert die Anzahl der Menschen, die sich einen solchen Eingriff leisten können. Ebenfalls ist es nicht sicher, wie das lebendige Hirn auf den fremden Körper reagieren wird. Schon Patienten mit Spenderorganen sind ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen, die verhindern, dass das fremde Organ abgestoßen wird. Ob es sich bei einem ganzen Körper anders verhalten wird, ist fragwürdig. #Internet #Gesundheit

Im Falle von Canavero reagiert der Großteil der Masse einstimmig negativ. Es sei ein Eindringen in die menschliche Natur, welches die moralischen Grenzen deutlich überschreitet. Für Canavero ist dies kein Hindernis, er sehe die moralischen Bedenken als Hemmschwelle für die Wissenschaft.

Für die Opfer des kopflosen Reiters in Sleepy Hollow hätte diese Operation lebensrettend sein können. Es bleibt die Frage, ob es sich für das Leben mit einem fremden Körper und den nicht bekannten Konsequenzen wirklich gelohnt hätte.

Bildquelle: Wikipedia - Public Domain.