Es gibt keine objektiven Wahrheiten

Was lieben Diskordier am meisten: natürlich Verschwörungstheorien und die in jeder Form. Je abstruser desto lieber. Da Diskordiern objektive Wahrheiten suspekt sind, weil sie nur eine begrenzte Auswahl aus einer unendlichen Möglichkeit von Wahrnehmungsmöglichkeiten darstellen, haben sie auch keine Probleme, sich aneinander widersprechenden Verschwörungstheorien zu erfreuen. Verrückt? Keinesfalls. Von Professoren, Computerspezialisten und Anwälten bis hin zu Autoren und Aktivisten, es gibt wahrscheinlich keine Bevölkerungsgruppe, die nicht von der verrückt genialen Weltanschauung des Enfant terrible, Robert Anton Wilson, infiziert sind.

Diskordier lieben Widersprüche

Jeder halbwegs vernünftige Diskordier liebt Widersprüche, da sie die Grenzen der Logik aufzeigen. Zwei sich widersprechende Sachverhalte als wahr bezeichnen: Kein Problem, die Quantenphysik macht es vor und aus dem Dunstkreis der Quantenphysik kommt auch der Gründer dieser verrückten Spaßreligion, Robert Anton Wilson. Obwohl der verstorbene Autor es niemals zugegeben und als wahre Gründer "Lord Omar Ravenhurst" und "Malaclypse den Jüngeren" angegeben hätte, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Diskordianismus über die Illuminatus-Trilogie den Weg in diese Welt gefunden hat.

Was man über Diskordier wissen muss

Was gibt es noch über Diskordier zu sagen: Diskordier lieben die Göttin Eris Discordia, die Göttin der Zwietracht. Die Zahl 5 ist ihnen heilig, deshalb zieht sich die Zahl 5 quer durch den Diskordianismus. Sie haben einen eigenen Kalender, der sich in die fünf Jahreszeiten Chaos, Zwietracht, Verwirrung, Bürokratie und die Nachwirkungen, teilt, inklusive einer Fünftagewoche samt eigener Feiertage und dazugehörender Schutzheiliger. Im Diskordianismus ist jeder ein Papst und kann auch andere zum Papst ernennen. Das zentrale Buch ist die Principia Discordia und das ganze Angebot wird mit dem "Sacred Chao", dem Symbol des Diskordianismus sowie den fünf Geboten des Pendabarfs abgerundet.

Berühmte Zitate aus dem Diskordianismus

Berühmte Zitate von Diskordiern sind: "Diskordianismus ist ein komplizierter Witz, getarnt als Religion", "Wir Diskordier müssen auseinanderhalten", "Man muss nicht gegen den Strom schwimmen sondern einfach nur aus dem Fluss steigen", "Wer nicht für uns ist, ist für uns".

Kaiser Norton

Einen besonderen Stellenwert nimmt im Diskordianismus "Kaiser Norton" ein, der sich im späten 19. Jahrhundert in San Francisco selber zum Kaiser ernannt hat, kaiserliche Schriftstücke erlassen und auch sein eigenes Geld eingeführt hat. Historischen Angaben zufolge soll er durch sein bloßes Erscheinen einen Volksaufstand verhindert haben.

Foto: Chris Drumm - CC-BY-2.0 - flickr.com #Hobby