Die Stadt die es nicht geben dürfte

Im ewigen Eis des Muir-Gletschers in Alaska soll, laut Aussagen von Siedlern und Ureinwohnern immer wieder, innerhalb einer gewissen Zeitspanne, die Skyline einer Großstadt sichtbar werden. Logische Erklärungen wie Luftspiegelungen oder Halluzinationen lassen sich im Fall "Silent City" nicht anwenden, denn mögliche Städte liegen tausende Kilometer weit entfernt und es existieren Bildaufnahmen der Stadt.

Fosar und Bludorf über die Fehler in der Matrix

Die Autoren Grazyna Fosar und Franz Bludorf dokumentieren in ihrem #Buch "Fehler in der Matrix" den Fall des amerikanischen Goldsuchers und Abenteurers Richard G. Willoughby, nach dem auch eine Insel in Alaska benannt ist. Willoughby wurde auf seinen Touren am Muir-Gletscher zu einem Augenzeugen des Erscheinens der Stadt. Als Willoughby zurück in die Goldgräbersiedlung kam und seine Geschichte erzählte wurde er von allen ausgelacht. Die Goldgräbersiedlung Juneau existiert heute noch und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Alaska.

Foto zeigt deutlich das Panorama einer Großstadt

Willoughby wollte diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen und nahm bei seiner nächsten Tour auf den Muir-Gletscher eine gebrauchte Kamera und ein paar Fotoplatten mit. Im Jahr 1885 gelang es ihm eine Aufnahme der Stadt zu machen. Wie Fosar und Bludorf berichten, war die Aufnahme zwar unscharf und unterbelichtet, aber nichts desto trotz ließen sich deutlich die Umrisse und das Panorama einer Großstadt erkennen.

Fälschung des Fotos war nicht möglich

Da es damals keine Städte solcher Größe in Alaska gab, konnte Willoughby unmöglich einfach in eine Stadt gefahren sein und dort die Aufnahme gemacht haben. Als auch die amerikanische Presse sich dieses Themas annahm, wurde die Stadt von einem Journalisten als Bristol identifiziert. Die Stadt Bristol liegt aber tausende Kilometer weit entfernt, also war es für Willoughby auch nicht möglich die Aufnahmen in dieser Stadt geschossen zu haben. Auch für eine Luftspiegelung scheint die Stadt zu weit weg gewesen zu sein. Gegen eine Luftspiegelung spricht auch noch, dass es zum Zeitpunkt der Tagesaufnahme in Bristol Nacht war.

Das Verschwinden von "Silent City"

Wer sich mit "Silent City" beschäftigt, fühlt sich ein wenig in den Roman "Der Goldene Kompass" hineinversetzt, in dem Lord Asriel, nach einer Reise in die Arktis, um das Phänomen des "Staubs" zu untersuchen, mit der Aufnahme einer Stadt, die sich im Himmel spiegelt an die Universität Oxford zurückkehrt. Noch ein geheimnisvolles Detail: Eine Untersuchung der "Silent City" mit modernen Instrumenten ist leider nicht mehr möglich, da die Stadt seit 1901 von niemandem mehr gesehen wurde.

Foto: Paxson Woelber - CC-BY-2.0 - flickr.com.