Keine guten Aussichten für Bausparer: Nicht nur, dass die Kassen gerade zahlreiche Altverträge kündigen, viele Verbraucher werden auch noch schlecht beraten, sagt die Stiftung Warentest. Aber es gibt Hoffnung, denn Betroffene können sich wehren.

Welche Verträge werden von den #Bausparkassen gekündigt?

Es geht um Verträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind, also beliehen werden könnten, aber nicht wurden. „Die sind den Kassen heute zu teuer“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW.

Sind die Kündigungen erlaubt?

„Nein“, meint Markus Feck. Beim Bausparen ginge es nicht ums #Sparen an sich, sondern darum, sich später Geld zu leihen. Solange der Verbraucher aber das Darlehen noch in Anspruch nehmen kann, erfülle der Vertrag seinen Zweck, argumentiert Feck. Dieser Zweck sei erst dann nicht mehr gegeben, wenn die gesamte Bausparsumme erreicht sei.

Können sich Betroffene wehren?

„Ja“, sagt Verbraucherschützer Feck. Er rät dazu, der Kündigung zu widersprechen. Seiner Einschätzung nach haben die Verbraucher oft gute Chancen, Recht zu bekommen. Aber: „Die Kassen stellen sich gerne quer. Lassen Sie sich unbedingt von einem Fachmann beraten. Denn meist münden diese Angelegenheiten in einer Feststellungsklage vor Gericht.“ Ohne eine gute Rechtsschutzversicherung gehe gar nichts.

Die Stiftung Warentest hat bemängelt, dass viele Kunden schlecht beraten wurden. Können Sie das bestätigen?

Feck: „Ja, wir erleben täglich solche Fälle. Bei einem Bausparvertrag gibt es verschiedene Positionen, die stimmig sein müssen – es aber nicht immer sind.“ Die Folge: Verträge werden viel zu spät zuteilungsreif, oder die Summe ist zu hoch bzw. zu niedrig angesetzt. Für die Verbraucher geht es unter Umständen um viele tausend Euro.

Was können Verbraucher dagegen machen?

„Eine Fehlberatung ist schwierig nachzuweisen“, meint Markus Feck. Das größte Problem sei, dass die Berater in großen Geldinstituten eigentlich Vermittler sind, die im Interesse Ihres Unternehmens handeln. „Die gesetzlichen Beratungsanforderungen sind niedrig. Im Zweifel wird gesagt, der Verbraucher habe sich aus freien Stücken dazu entschlossen.“ Betroffene können in der Ansparphase von Ihrem Kündigungsrecht (Frist: drei Monate) Gebrauch machen. „Allerdings ist die Abschlussgebühr dann weg.“ In der Darlehensphase kann nur noch fristgemäß umgeschuldet werden. #Finanzen