Extremwetterlagen nehmen auch in unseren Breiten immer mehr zu- erschreckend sind die Folgen. Erst kürzlich hinterließ ein Tornado in Bayern eine Schneise der Verwüstung. Besonders stark betroffen war die Region Augsburg mit sieben Verletzten und 178 massiv beschädigten Gebäuden. Der Wirbelsturm soll laut Experten eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern erreicht haben. Der Tornado hatte nur wenige Minuten gewütet. Diese kurze Dauer ist laut Experten für Tornados durchaus üblich. In der Kleinstadt Bützow bei Rostock hatte Anfang Mai ebenfalls ein Tornado starke Schäden angerichtet. Der Schaden wird allein in Bayern auf über 40 Millionen Euro geschätzt. .

Der schnellste und teuerste Tornado wirbelte 1999 durch Oklahoma

Ein Tornado (von spanisch "tornar", zu deutsch "umkehren", "wenden", "sich drehen") wird in den USA umgangssprachlich Twister, bei uns in Deutschland Windhose genannt. Schon im Jahre 1917 definierte der deutsche Metereologe Alfred Wegener Tornados so: ein schnell rotierender Luftwirbel, der von der Unterseite einer Wolke bis zum Erdboden reicht und am unteren Ende alles mitreißt. Wenn dieser Luftschlauch über Wasser wandert, dann saugt er es hoch und wird so zur Wasserhose. Außerdem gilt: Tornados sind immer mit schweren Gewittern verbunden.

Der schnellste Wirbelsturm, der je gemessen wurde, war im Jahre 1999 mit einer Geschwindigkeit von 510 Stundenkilometern in Oklahoma (USA) unterwegs. Damals starben 48 Menschen, mit einem gesamten Sachschaden von 1,2 Milliarden US-Dollar war es der wohl bislang teuerste Tornado überhaupt.

 

Wissenschaftler tüfteln fieberhaft an Frühwarnsystemen

 

Einige Vögel können Stürme bereits Tage im voraus spüren. So reagiert der Goldflügel-Waldsänger auf Infraschall, den Tornados tausende Kilometer weit erzeugen. Ein bis zwei Tage, bevor ein gewaltiger Sturm Ende April 2014 auf die Südküste der USA traf, verließen Goldflügel-Waldsänger ihre Brutstätten im Bundesstaat Tennessee, an denen sie gerade erst angekommen waren. Die Vögel flohen an die Küste des Golfs von Mexiko, indem sie in fünf Tagen mindestens 1.500 Kilometer zurücklegten, und entkamen so der Katastrophe. Während dieser Zeit wurden 84 Tornados gezählt, und 35 Menschen kamen zu Tode. Nun wird geforscht, wie man diese Vögel als Frühwarnsystem einsetzen könnte. Es wird tatsächlich um jede Minute Vorwarnzeit gekämpft. Ein weiteres Hilfsmittel dabei ist das DOW (Dopplerradar on wheels), Radarsysteme, montiert auf schweren Trucks. Das Dopplerradar erkennt verdächtige Echos von Regentröpfchen im Inneren der Wolken. Erinnert das Radarbild an einen Haken, verrät das einen Tornado, der sich gerade bildet. Das Problem: Nicht alle Tornados zeigen den entlarvenden Radarhaken. Für die Zukunft hoffen die Forscher, den Tornados über Schallwellen auf die Schliche zu kommen. Der Vorteil: Diese Messungen könnten sie dann aus 200 Kilometer Entfernung vornehmen - ohne Lebensgefahr.

Tipp: Die Tornadoliste Deutschland listet Tornados und Tornadoverdachtsfälle auf, die bisher in Deutschland aufgetreten sind. - tornadoliste.de

Bildquelle: "Tornato 11.09.05 003" von Bäck aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons #Gesundheit #Versicherung