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"Wenn Du nicht für etwas bezahlst, bist Du das Produkt." - eine Binsenweisheit, die heute relevanter ist, denn je. Soziale Medien [VIDEO] haben den Handel mit Daten, Aufmerksamkeitsspannen und Reichweite perfektioniert. Kurz gesagt: Es wird mit Dir gehandelt. Jede Sekunde, die Du auf Facebook verbringst ist bares Geld für den Konzern.

Wie Du trotzdem Soziale Medien nutzen kannst, ohne Deine Seele vollkommen an den Tech-Giganten zu verlieren, lernst Du hier: Tipps und Tricks, wie DU wieder das Ruder in die Hand nimmst und kontrollierst, wer Dich wann und wie beeinflusst.

Die Gier der Benachrichtigungen

Wir als Menschen lieben es, wichtig zu sein.

Wir fühlen uns wichtig, wenn man über und mit uns redet, wenn wir benachrichtigt werden. Macht das Handy seinen charakteristischen Ton, verlangt etwas in uns sofort, so schnell wie möglich nachzuschauen - egal ob tatsächlich ein guter Freund geschrieben oder nur eine Seite wie MadeMyDay eine neue Auflage der täglichen, generischen Konsuminhalte gepostet hat. Das ist eine Falle!

Jedes Mal, wenn wir dem Drang nachgeben, "up to date" zu sein, wird es mehr zur Sucht. Bald braucht es noch nicht einmal die Benachrichtigung. Alle paar Minuten aktivieren wir das Handydisplay und "schauen nur kurz mal rein" - weil wir hoffen, benachrichtigt worden zu sein.

Jedes Mal, wenn wir dem Drang nachgeben, vollführt irgendwo in irgendeinem Serverraum ein Bot binäre Freudensprünge: Sein Algorithmus war uns überlegen.

Tu Dir selbst den Gefallen, schalte Benachrichtigungen - zumindest für alles außer Nachrichten - aus.

Privatsphäre - Das A und O

"Aber ich möchte eine Benachrichtigung kriegen, wenn mich jemand in einem Foto markiert... Ich muss ja gucken, ob das gut aussieht!?"

Wie wäre es, wenn man Dich gar nicht erst in Bildern markieren kann - würdest Du an irgendetwas verlieren? Wie wäre es, wenn Fremde nicht einfach so mit Dir "befreundet" sein können - würde es Dir an irgendetwas mangeln?

Natürlich fühlt es sich auf eine absurde Weise gut an, wenn eine unbekannte hübsche Frau Dir eine Freundschaftsanfrage stellt - Links zu pornographischen Seiten in ihrer Biografie hin oder her. Aber was hast Du wirklich von so etwas?

Facebook ermöglicht, seine Privatsphäre detailliert einzustellen; die standardmäßigen Einstellungen sind allerdings nicht in Deinem Interesse! Nimm Dir die Zeit, Dein Facebook richtig einzustellen.

Du kannst eh nur 150 Freunde haben

Nach der Theorie des renommierten Evolutionspsychologen Robin Dunbar können wir nur eine bestimmte Anzahl sozialer Bindungen noch effektiv verarbeiten und pflegen.

Die mittlerweile als "Dunbar's Number" bekannte Zahl ist 150.

Hast Du mehr Facebook-"Freunde" als wirklich Freunde sein könnten? Mache den Geburtstags-Test: Facebook lässt uns netterweise wissen, wenn ein Freund Geburtstag hat. Frage Dich das nächste mal: Würdest Du diese Person anrufen, um ihr alles Gute zu wünschen?

Entferne unnötige Freunde. Es klingt grausam, aber lasst uns der Wahrheit ins Auge blicken: Du hast ein paar wahre Freunde auf Facebook - Leute für die Du die Nacht wach bleiben würdest, um sie zu trösten, wenn sie Hilfe brauchen. Aber Du hast auch Leute auf Facebook, bei denen Du Dich noch nicht einmal erinnern kannst, woher Du sie eigentlich kennst, ohne in ihrem Profil nach Gemeinsamkeiten zu suchen.

Zusatz-Tipp: Dein Feed quillt über vor Posts, die Dich nicht interessieren, aber Du möchtest diese Personen nicht gleich entfernen? Per Klick auf "entfolgen" bleibst Du mit ihnen befreundet, siehst ihre Neuigkeiten aber nicht permanent auf Deiner Startseite. Auch Werbung kannst Du als "unpassend" markieren und so (zumindest für die nähere Zukunft) ähnliche Anzeigen aus Deinem Feed verbannen.

Ultima Ratio

Manch einer braucht Facebook für Arbeit, Ehrenamt oder um Freunde wiederzufinden. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du Facebook brauchst, brauchst Du es nicht. Quit. Das Netzwerk der Zukunft ist Facebook - auch unabhängig der Skandale [VIDEO] - ohnehin schon lange nicht mehr.