Der Skandal um Harvey Weinstein, Filmproduzent und zweifacher Oscargewinner, scheint eine längst überfällige Lawine ins Rollen gebracht zu haben, die weit über Hollywood hinaus geht.

Harvey soll über Jahre hinweg etliche Frauen, darunter viele berühmte Stars, sexuell belästigt und sogar missbraucht haben.

So Langsam wird das Ausmaß der Übergriffe deutlich, denn immer mehr von Weinstein's Opfern melden sich via Social Media (Twitter, Facebook, Instagram) zu Wort.

Verpasse keine News mehr Folge dem Fernsehen-Kanal

Immer mehr Berühmtheiten, wie der Ex-Präsident der USA Barack Obama und seine Frau Michelle, distanzieren sich offiziell von dem Hollywood Urgestein.

Ein dadurch entstandener Trend, bei dem Frauen, die auch schon einmal sexuelle Übergriffe oder Belästigung erleben mussten, ein #Metoo posten, zeigt, wie alltäglich dieses Problem ist.

Es soll ein lautes Signal für selbstbestimmte Frauen sein, die sich trauen mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Den Trend rief die amerikanische Schauspielerin Alyssa Milano ins Leben und brach damit ein Schweigen. Ihr Post soll verdeutlichen, wie real und weit verbreitet sexuelle Belästigung ist und dass es so nicht weitergehen kann. In weniger als 24 Stunden bekam sie mehr als 25.000 Antworten zu ihrem Tweet.

Immer mehr Frauen erheben ihre Stimme im Netz

Viele weitere Stars folgten ihr, unter anderem 'Game of Thrones'-Star Lena Headey, die Schauspielerin Gwyneth Paltrow, Kate Beckinsdale oder Angelina Jolie. Auch das britische Model und Schauspielerin Cara Delevingne hatte ein unangenehmes Erlebnis mit Weinstein, da er sie bei einem Telefonat über ihre Sexualität ausgefragt und sie verbal erniedrigt haben soll.

Top Videos des Tages

„Er sagte, wenn ich lesbisch bin oder mich entscheide mit einer Frau in der Öffentlichkeit zusammen zu sein, würde ich nie eine Rolle als heterosexuelle Frau bekommen oder es in Hollywood zu etwas bringen“ schrieb Delevingne in einem Post auf Instagram.

Ein weiterer Hashtag entwickelte sich aus dem Weinstein- Skandal und ist vor allem auf Twitter zu finden: #MyHarveyWeinstein. Hierbei geht es um die persönliche Erfahrung einer jeden Frau, die durch eine ihr übergestellte, machtvolle Person ausgenutzt oder sexuell belästigt wurde. Oft passiert dies am Arbeitsplatz und die Opfer trauen sich nicht Hilfe zu holen, aus Angst, ihren Job zu verlieren. Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland hat sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz schon einmal erlebt oder beobachtet, geht aus einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor. Auch kennen viele ihre Rechte nicht.

Nicht nur in der Film- und Fernsehbranche ist sexueller Missbrauch ein Thema

Das internationale Model Cameron Russell veröffentlicht seit letzter Woche anonyme Erlebnisse junger Models, die in der Fashion Industrie belästigt und missbraucht wurden.

So sagte auch das amerikanische Model Christy Turlington in einem Interview mit dem Women's Wear Daily Magazin: „Ich kann sagen, dass Belästigung und Misshandlungen immer bekannt waren und toleriert wurden in dieser Industrie“.

So sinnvoll kann Internet eingesetzt werden in der heutigen Zeit der Vernetzbarkeit, wo es Minuten dauert um tausende von User zu erreichen. Wie es scheint, ist dies nur der Anfang eines globalen Aufschreis all derer, die in der Vergangenheit gelitten haben und derer, die potentielle Opfer in der Zukunft schützen wollen.