Stephen Kings ES - ein Relikt meiner Kindheit. Verbunden mit den ersten Erfahrungen an Horror und Gruselfilmen. Nicht mehr, nicht weniger - so erscheint es auf den ersten Blick.

Daher war ich auch nicht besonders euphorisiert, als meine Tochter mich bat, mit ihr im Kino diesen Film anzusehen.

Im Kinosaal sitzend und auf den Film wartend,versuchte ich in Gedanken die Handlung dieses Films zu rekonstruieren. Um ehrlich zu sein, besonders viel wusste ich nicht mehr.

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Lediglich von einem Clown der mir als Kind unglaublich große Angst einjagte.

Als der Film startete, war ich aber sofort in seinen Bann gezogen. Nicht nur, dass die Spannungsbögen bereits zu Beginn gekonnt gesetzt sind - man baut unweigerlich auch sofort eine Bindung zu den Protagonisten des Filmes auf.

"ES" ist mehr als nur ein unterhaltsamer Horrorfilm

Als der Film schon etwas fortgeschritten war, hielt ich gedanklich etwas inne. In einem seltenen Interview von Stephen King erwähnte er folgenden Satz, der mir in Erinnerung blieb. Auf die Frage, warum er Horror-Bücher schreibt, antwortete er:

" Um das, was uns im Leben Angst macht, besser verstehen zu können".

Der Satz wirkte nach.

Ich beobachtete meine Tochter, die gebannt und gespannt den Film verfolgte und mehr auf die gruseligen Schockmomente fokussiert war - so konzentrierte ich mich auf den Sinn der sich dahinter verbirgt.

Stephen Kings ES ist eine Clown Figur, der es auf unschuldige und bedürftige Kinder/ Jugendliche abgesehen hat. Klar, so könnte man sagen, Jugendliche sind die primäre Zielgruppe, um den Film anzusehen. Dennoch verbirgt sich auch etwas anderes dahinter.

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Etwas, dass es in der Realität auch gibt.

Stephen Kings ES lebt von der Angst. Daraus zieht es seine Lebensenergie. Es bekommt die übergroße Macht nur dadurch, weil die Ängste ihn immer größer und stärker machen.

Ich entdecke Parallelen zu meinem Leben. Gibt es bei mir nicht auch Menschen, die mir Angst gemacht haben? Diese Macht aber nur bekommen haben, weil auch ich durch Geschenke/ Nettigkeiten erst gelockt wurde. Natürlich waren es keine roten Luftballons wie in dem Film...

Unweigerlich musste ich ein eine schmerzhafte Erfahrung in meinem Leben denken, die ich mit einem malignen Narzissten gemacht habe.

Im Film mussten die Protagonisten erst herausfinden, wie sie den Clown überlisten können, um zu überleben. Erst der Zusammenhalt untereinander und die gezeigte Furchtlosigkeit ließen das ES schrumpfen und sterben.

Es geht um weitaus mehr, als einen unterhaltsamen Horrorfilm. Im Film kommen die Kinder und Jugendlichen ums Leben, die alleine auf Abwegen unterwegs waren. Ist es mit Ängsten nicht ähnlich ? Ist es nicht die eigene Angst, die einen am Leben hindert?

Es geht wie immer im Leben/ Film um gelebten Zusammenhalt, Freundschaft, Vertrauen - in sich und das Leben.

Für meine Tochter war es vermutlich nur ein unterhaltsamer Gruselspaß, mich regte der Film allerdings zum Nachdenken an.