Der US-Streamingdienst Netflix zieht völlig unerwartet auch für seine Bestandskunden die Preise an. Bereits zum Herbstanfang bekamen Neukunden nur noch die aktuellen und höheren Preise bei einer Paketbuchung angezeigt. So blieb zwar das Basis-Abo mit 7,99 Euro stabil, beinhaltet aber weiter nur SD-Qualität. Das HD-Abo stieg hingegen um einen Euro auf nun 10,99 Euro. Das UHD-Abo wurde gleich um zwei Euro angezogen und kostet seit wenigen Wochen 13,99 Euro im Monat. Ausnahme bisher: Bestandskunden konnten noch von den Altpreisen profitieren.

Verpasse keine News mehr Folge dem Fernsehen-Kanal

Bei der letzten Preissteigerung, die erst 2016 stattfand, durften Bestandskunden sogar bis zu einem Jahr die alte Preisstruktur behalten. Doch die Preissteigerung 2017 wird im nächsten Abrechnungsmonat für ALLE Netflix-Kunden gültig.

Ab sofort Downloads bei Netflix möglich

Netflix bestätigte auf Nachfrage, man informiere in diesen Tagen alle Bestandskunden mit einer E-Mail. Ebenfalls wird in dem Account eingeblendet, welchen Preis das Abonnement ab Dezember haben wird. Wichtig: Es gilt nicht für alle der 1. Dezember, sondern immer die nächste Rechnungslegung im Dezember 2017! Netflix begründete die Preisanpassung damit, dass man "noch mehr großartige Titel hinzufügen" werde. Welche Titel das sind, verschweigt das Unternehmen. Der Konzern erklärte weiter: "Netflix ist stets bemüht, ein auf die Bedürfnisse zugeschnittenes Entertainment-Erlebnis zu bieten." Der Streaminganbieter habe aus diesem Grund Funktionalität erweitert und verspricht, man könne die Filme und Serien nun auch herunterladen und ohne WLAN auf einem Tablet oder Mobiltelefon anschauen.

Top Videos des Tages

Amazon und Sky könnten nachziehen

Die Wahrheit ist aber auch, dass die Serienproduktionen allein im laufenden Jahr knapp eine Milliarde US-Dollar (rund 850 Millionen Euro) bei Netflix verschlungen haben und diese refinanziert werden müssen. Eine Marvel-Serie zum Bespiel kostet dem Streamingdienst pro Staffel umgerechnet rund 40 bis 50 Millionen Euro. Die fünfte Staffel von "House of Cards" verschlang sogar umgerechnet 90 Millionen Euro. Die magische Grenze von 10 Euro Abogebühr pro Monat zu überschreiten, dürften sich Konkurrenten wie Sky Ticket und Amazon Prime Video sehr genau anschauen. Sie könnten mit ähnlichen Argumenten wie Netflix nachziehen, da die bisherigen Preise von 7,99 bis 8,99 Euro (Amazon, bei monatlicher Zahlung) und 9,99 Euro (Sky Ticket Entertainment regulär) vor allem Kampfpreise sind. Da aber auch Amazon (z.B. "American Gods") und Sky (z.B. "Babylon Berlin") verstärkt in teure Serien investieren, dürften auch dort die Preiserhöhungen mittelfristig kommen.