Wer keine Angst vor einer dramatischen und teilweise drastischen Geschichte hat, ist mit dem Zweiteiler "Die Puppenspieler" der ARD sicherlich gut bedient. Die Vorlage für "Die Puppenspieler" ist der gleichnamige Roman von Tanja Kinkel, der 1995 erschien. Der Film beginnt in Deutschland 1474 zu Beginn der Renaissance und zeigt eine Welt, in der zwar auf der einen Seite Kunst und Wissenschaft beginnen riesige Fortschritte zu machen, auf der anderen Seite die Menschen aber mit dem Schrecken von Kriegen und der grauenhaften Inquisition konfrontiert sind.

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Die Story:

Vor allem der Großinquisitor Heinrich Institoris tut sich mit besonderer Grausamkeit gegenüber den angeblichen Hexen hervor und setzt seine Opfer den furchtbarsten Qualen aus, was dem Sadisten besondere Freude bereitet.

Der junge Klosterschüler Richard (Samuel Schneider) muss miterleben, wie seine Mutter, eine Sarazene, die zum Christentum konvertierte, von Institoris willkürlich beschuldigt, gequält und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Als Richard den Inquisitor mit einem Messer angreift, wird auch er zum Tode verurteilt.

Doch der beinharte Geschäftsmann, der Augsburger Kaufmann Jakob Fugger (Herbert Knaup) befreit den Jungen gemeinsam mit Anton Eberding (Sascha Alexander Gersak), seiner rechten Hand. Fugger lehrt Richard seine wilden Rachegelüste zu kontrollieren und unterrichtet ihn in der Kunst der stillen Diplomatie. Obwohl Fugger die Machtspiele der katholischen Kirche durchaus durchschaut, nutzt er sie für seine Zwecke und zieht, wie ein Puppenspieler die Fäden im Hintergrund.

Der traumatiersierte Richard wächst zu einem gebildeten jungen Mann heran, der jedoch menschliche Nähe nicht zulassen kann, bis er auf die schöne Zigeunerin Saviya (Helen Woigk) trifft.

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Richard verliebt sich in Saviya, obwohl ihn sehr irritiert, dass sie sich selbst für eine Hexe hält. Und dann scheint sich Richards schreckliches Schicksal zu wiederholen: Auch Saviya gerät in das Visier der Inquisition. Währenddessen will Fugger den im Sterben liegenden Papst durch eine seiner "Marionetten" ersetzen.

Der Film hat seine Berechtigung

Schauspieler Herbert Knaup beschreibt den Film als teilweise grausam, er spiele nun einmal im Mittelalter. "Es gibt harte Szenen mit vermeindlichen Hexen, unschuldige Frauen, die damals einfach verbrannt wurden, weil die Kirche es so wollte." Das sei nicht einfach, aber durchaus berechtigt. "Die Jahreswende, da ist der Herr zwar geboren, aber er ist auch gestorben." Es sei eine gute Zeit noch einmal zu überdenken, an was man glaube und was wichtiger sei, der schnöde Mammon oder die Nächsten.

Tanja Kinkel wollte das Drehbuch nicht schreiben

Autorin Tanja Kinkel hatte sich von Anfang an dagegen entschieden, auch das Drehbuch schreiben. Ein Drehbuch zu schreiben sei eine Teamarbeit, in der sie sich anderen in gewisser Weise unterwerfen müsse.

"Als Autorin bin ich so etwas wie eine absolute Monarchin, ich kann selbst entscheiden, was mit meinen Personen geschieht. wie die Handlung verläuft, was die wichtigen Themen sind, Gedanken, Gefühle und so weiter. (...) Eine Drehbuchautorin zu sein, ist so etwas wie Bürgerin in einem sozialistischen Staat zu sein. Und in diesem Fall, nur in diesem Fall, ziehe ich die Monarchie vor." Sie habe die Geschichte einmal so erzählt, wie sie sie erzählen wollte und könnte sie nicht noch einmal auf eine andere Weise erzählen.

Der erste Teil "Die Puppenspieler - Aus dem Feuer" läuft am Mittwoch, 27. Dezember, um 20.15 Uhr auf ARD.

(Wiederholung - Donnerstag, 28. Dezember, 3.10 Uhr)

Der zweite Teil "Die Puppenspieler - Ans Licht" wird am Freitag, 29. Dezember, um 20.15 Uhr ausgestrahlt.