Nach der Wahl ist vor der Wahl. In dem Bewusstsein begann man in Bayern, unmittelbar nach der schmerzlichen Bundestagswahl 2017, mit einem mehr oder weniger freiwilligen Umbruch. Bei der #CSU glaubte man die Zeichen der Zeit und vor allem, das Volk verstanden zu haben. Traditionelle Standpunkte sollten beschworen, offene Flanken geschlossen werden.

Mühsam quälte man sich so durch die Koalitionsverhandlungen, mit den übrigen Jamaika-Adepten, stets darauf bedacht nach allen Seiten auszuteilen und zu provozieren. Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer wurden nicht müde, die wartenden Journalisten stets mit frischen Informationen und unprofessionellen Querschüssen zu unterhalten.

Alles im vermeidlichen Auftrag des bayrischen Volkes. Lediglich #Horst Seehofer schien die Verhandlungen mit einer gewissen Zurückhaltung und einem strategischem Feingefühl zu unterstützen. Ein Führungsstil, den man sich in den letzten Jahren gern öfter vom scheidenden Ministerpräsidenten gewünscht hätte.

Leise Thronfolge

Unterdessen bereitete sein inzwischen designierter Nachfolger #Markus Söder, in Abwesenheit des einstigen politischen Ziehvaters, die leise Thronfolge vor. Das Scheitern der Koalitionsverhandlungen in Berlin, war hierfür ein willkommener Anlass und so wurde Söder Anfang Dezember vom Partei-Vorstand, einstimmig zum Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl im Oktober gekürt. Horst Seehofer wird noch im ersten Quartal des Jahres vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten, jedoch CSU-Vorsitzender bleiben.

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Wie sich dieser Wechsel nun in der Wählergunst niederschlägt, wird man verbindlich erst nach der Landtagswahl sagen können. Doch die neuste Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap, darf man wohl als ernüchternd betrachten, zumindest aus CSU-Sicht.

Absoluter Tiefpunkt

Die Zustimmung der Bayern für die Partei der Christsozialen, ist mit 40 Prozent auf dem absoluten Tiefpunkt der letzten 20 Jahre angekommen. Im Vergleich zur Vorjahresumfrage, ebenfalls im Januar, verlor die CSU 5 Prozentpunkte. Somit scheint auch die Vorfreude auf den neuen Ministerpräsidenten Markus Söder, nur wenig am derzeitigen Stimmungsbild zu ändern.

Es bleibt also abzuwarten, was der kommende Landesvater bis zur Wahl im Oktober, an Vertrauen im Wählervolk zurückholen kann. Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht und die Aufgabe wird mit den, sich derzeit hinziehenden Sondierungsgesprächen einer neuen GroKo, auch nicht leichter.

https://de.blastingnews.com/politik/2017/11/nach-dem-ende-von-jamaika-der-loser-check-002179883.html

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