Die mächtige Welle der vergangenen Jahre, die uns unter Massen von Verfilmungen zu Jugenbuchromanen zu erschlagen drohte, ist mittlerweile um einiges weniger imposant geworden. Um genau zu sein hat sich das Interesse des durchschnittlichen Kinogängers an solchen Stoffen deutlich reduziert. Obwohl - oder vielleicht auch gerade weil - der gleiche Markt unter Serienfans immer noch erstaunlich hohen Anhang findet.

Einen der letzten, modernen Vertreter seiner Art stellt "#Maze Runner 3 - Die Auserwählten in der Todeszone" dar, welcher den Abschluss einer Trilogie bildet, die in Deutschland bisher mehr oder weniger links liegen gelassen wurde.

Zumindest von der sprichwörtlich breiten Masse. Der dritte Teil möchte daran wenig ändern, bleibt entsprechend alten Linien treu und kann daher - munter formuliert - als passende Fortsetzung bezeichnet werden.

Lauwarm und ohne Labyrinth

Ob ihr die beiden Vorgänger kennt oder nicht, spielt in diesem Werk von Regisseur Wes Ball ("Maze Runner 1 - 3") eine eher untergeordnete Rolle. Selbst Neueinsteiger verstehen das grobe Grundgerüst, ja sogar die meisten subtileren Details im Laufe der Geschichte sowieso von selbst. Schlichtweg schon deswegen, weil es gar nicht so viel zu verstehen gibt.

Das dritte Werk versucht seinerseits ebenfalls keine zu gewagten Tiefen zu erreichen, setzt stattdessen auf Situationen/Ereignisse, die sich stets von selbst verstehen. Der grobe Rahmen der Handlung hat sich seit Teil 1 nicht geändert, lediglich das zu erreichende Ziel der Figuren.

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Im Grunde springt "Maze Runner 3" von einer Szene zur nächsten, quasi von einer Idee des Drehbuchautoren zur anderen. Diese werden eher schlecht als recht miteinander verknüpft. Teils durch in die Länge ziehen der Situation oder durch versuchte Schlüsselszenen, die dieser Beschreibung nicht gerecht werden, da sie keinerlei Mehrwert zur Geschichte beitragen können.

Auf diesem Weg sollen wir Zeuge eines Kampfes zwischen Gut und Böse werden, in welchem die Farben verwischen, keiner wirklich eines der Extreme ausfüllen kann. Durch die schlichten Persönlichkeiten der Charaktere verwandelt sich dieser Versuch nur leider sehr schnell in eine Farce, in ein Trauerspiel dessen, was erreicht werden wollte.

Es klingt hart, zugegeben, doch lässt sich die Charakterzeichnung sowie die grobe Handlung mit all ihren Schnitzern im Detail, ach, selbst im Groben, lediglich als schwach geschrieben und ausgearbeitet bezeichnen. Die Handlungsträger sind eindimensional, ihre Motivationen fragwürdig bis unverständlich.

In den ersten 15 Minuten dieses Schauspiels werden mehr unnötige Fragen aufgeworfen, Logiklöcher ins Firmament gerissen und visueller Schwachsinn der feinsten Sorte präsentiert als in vielen wirklich drittklassigen Werken. Dieser Anfang steht Pate für den gesamten Rest des Films, gibt sozusagen den Ton an, dem jede Minute danach folgt.

Lauwarmes Schauspiel

Fast keiner der Anwesenden macht einen guten oder zumindest ordentlichen Job. Das durchschnittliche Feuer in den Akteuren hat Zimmertemperatur, ihr Versuch, auch nur das Geringste aus ihren Rollen herauszuholen, ist genau das: ein Versuch. Sie starren, sie nuscheln, sie wissen nicht was für ein Gesicht sie machen sollen. Dabei unterscheidet die allgemeine Unlust nicht zwischen Jungdarsteller und betagten Profi.

Lediglich Kaya Scodelario und Patricia Clarkson bilden hier die Ausnahme von der Regel, brechen mit der Unlust. Beide spielen mit sichtlich mehr Ehrgeiz, aber vor allem Verständnis für ihre Figur. Das wirkt sich positiv auf ihre ganze Haltung, Mimik und empathische Erreichbarkeit aus, macht sie zu Sympathieträgern in einem Meer aus Unsympathen.

Dylan O´Brien, welcher seinerseits die Hauptfigur Thomas verkörpert, schließt sich jedoch der ersten erwähnten Gruppe an. Was besonders schade ist, da der amerikanische Schauspieler in der Vergangenheit durchaus bewiesen hat, dass er weit mehr als das hier Gezeigte auf dem Kasten hat. Selbst im ersten "Maze Runner" hatte er mehr Engagement und vor allem Einfallsreichtum bewiesen als in dieser Fortsetzung.

Das Auge isst mit

Wenigstens in Sachen Action sowie CGI lässt sich "Maze Runner 3 - Die Auserwählten in der Todeszone" nicht lumpen, präsentiert sich selbst von der Schokoladenseite. Die explosiven Einlagen gehen Hand in Hand mit schön inszenierten Actionszenen durch ein Feuerwerk aus Trickeffekten. Mag die Geschichte auch lauwarmes Badewasser darstellen, so sieht dieses doch wenigstens nach köstlichen Quellwasser aus.

Ein bisschen übertrieben, doch bei Filmen wie diesen freut sich das Kinoherz über jeden Strohhalm. Fairerweise muss nichtsdestoweniger auch gesagt werden, dass dies hier leicht fällt. Es ist der typische Tausch von Story gegen Action, Popcornkino wenn ihr so wollt. Hier gesellt sich ebenfalls die Schnitttechnik hinzu, die gleichsam ein großes Lob verdient hat.

Etwas schwerer fällt diese Einschätzung im letzten Drittel des Films, in welchem eine große Stadt Ort des Geschehens wird und die CGI-Künstler an ihre Grenzen gestoßen sind. Abseits davon kann sich der dritte "Maze Runner" aber mehr als sehen lassen.

Fazit

Die Geschichte ist wirklich schwach erzählt sowie ausgearbeitet, die Logiklöcher stinken zum Himmel. Ein schlechtes Drehbuch trifft auf miese Entscheidungen von Seiten des Regisseurs, werden zudem von völlig gelangweilten, zeitgleich unter- wie überforderten Schauspielern hässlich untermalt. Diese Punkte sind keine Aspekte des Film, es sind Fehlschläge.

Zumindest sieht "Maze Runner 3 - Die Auserwählten in der Todeszone" schick aus, macht aus seinen Mitteln visuell so ziemlich das Beste. Gerade der Schnitt und viele der schnellen Aufnahmen gefallen gut, verkürzen die gefühlte Zeit im Kino. Abseits davon ist dieses Werk jedoch schlichtes Popcornkino, welches von der Konkurrenz schon zig Male weit besser fabriziert wurde.

Bewertung: 2/5** #Filmkritik #Death Cure