Auf dem VoD-Sender Netflix macht in letzter Zeit eine ihrer jüngsten Anschaffungen verstärkt von sich reden. Gemeint ist die Fantasy-Animeserie "Blood Blockade Battlefront", welche auf der Mangareihe "Kekkai Sensen" von Yasuhiro Nightow basiert. Was wenige der neu gewonnen Fans wissen ist, dass es bereits eine zweite Staffel gibt.

Diese hört auf den Namen "Blood Blockade Battlefront & Beyond" und beginnt genau dort, wo Staffel 1 ihr Ende gefunden hat. Wir befinden uns noch immer in der Stadt Hellsalem´s Lot und folgen den Abenteuern der Geheimorganisation Libra; mit Schwerpunkt auf dem Protagonisten Leonardo Watch, Besitzer der Götteraugen.

Zur Geschichte

Einst gab es ein mysteriöses Ereignis, dessen Ausgang die Welt für immer verändern sollte. Nachdem geheimnisvoller Nebel die Stadt New York eingehüllt hat, verschmelzen dort die Welten; Dämonen konnten in unsere Wirklichkeit eindringen, während Menschen völlig neue Orte und Fähigkeiten zur Verfügung standen.

Durch eine Verkettung an losen Ereignissen wurde die Stadt Hellsalem´s Lot geschaffen, ein Ort, in welchem Dämonen, Geister und Menschen friedlich miteinander zusammenleben können. Nun gut. Das 'friedlich' könnt ihr streichen. Es ist freundlich ausgedrückt ein Hexenkessel, der mehr Leben kostet als gezählt werden können.

Die Geheimorganisation Libra stellt sicher, dass das Gleichgewicht in Hellsalem´s Lot intakt bleibt, die Welt nicht untergeht, Menschen nicht sinnlos abgeschlachtet werden und so weiter und so fort.

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Einer von ihnen ist seit Staffel 1 Leonardo Watch, ein junger Journalist, der die Augen der Götter erhalten hat und seitdem alles Verborgene erkennen kann.

Wie schon erwähnt setzt "Blood Blockade Battlefront & Beyond" genau dort an, wo sein Vorgänger zum Ende gefunden hat. Die Apokalypse wurde abgewendet, der Blick ruht wieder auf dem mehr oder weniger normalen Alltag als Libra-Mitglied.

Eine Kritik

Die #Anime-Serie war ja schon immer, dem Manga gleich, eine irre Achterbahnfahrt aus verrückten Einfällen, irren Wendungen und vor allem einer gehörigen Portion Humor, welche manchmal recht dunkle Züge annehmen konnte. Trotz allem war der Plot mehr oder weniger zusammenhängend, in sich stimmig.

Eine Aussage, die ich mit Blick auf die zweite Staffel nicht wiederholen kann. Der Erzählstil ist hier deutlich unsicherer; brüchiger in seinen Bemühungen, eine Geschichte zu erzählen. Der Schwerpunkt liegt nun viel stärker auf Situationskomik und dem ganzen humorvollen Schwachsinn, der dem Vorgänger so viel Charme verliehen hat.

Das mag für Fans dieses Humors eine gute Nachricht sein, tut der Serie selbst im Endeffekt aber nicht sonderlich gut. Sie verkommt von Folge zu Folge mehr zu einer Art übernatürlichem Quergedanken im Sitcom-Format.

Der gleiche Effekt ereilt die Figuren, macht aus Charakteren, die durchaus das Potenzial zu psychologischer Tiefe mit sich gebracht haben, mehr oder weniger Abziehbildchen ihrer offensichtlichsten Charaktereigenschaften.

Um das Blatt vor dem Mund zu entfernen, möchte ich sogar soweit gehen zu behaupten, bei "Blood Blockade Battlefront & Beyond" wurde sich auf allen Ebenen deutlich weniger Mühe gegeben. Die Umsetzung von Manga zu Anime ist schwammig, um nicht sogar zu sagen zu deutlich auf pure Fanbefriedigung ausgelegt.

Neben dem typisch albernen Humor der Serie fehlt etwas, was ich in Staffel 1 noch nicht vermisst habe. Figuren, die wirklich etwas bedeuten, Handlungsstränge, die tatsächlich auf etwas größeres, ein Ganzes hinaus arbeiten. Natürlich war dies auch in der Serie von 2015 nur hin und wieder der Fall, doch ließ sich der Wunsch, eine größere Aussage zu treffen, durchaus erkennen.

Etwas Zucker/Fazit

Abseits von diesen Kritikpunkten macht diese Produktion eigentlich nicht viel falsch. Der Animationsstil ist überdurchschnittlich gut, wenn auch bei Zeiten etwas faul im Detail. Die actiongeladenen Sequenzen sind visuell höchst beeindruckend, während das Setting abermals fantastisch gelungen ist.

Die Stadt, die Welt und ihre irren Schauplätze sind genauso wundervoll durchdacht/wahnwitzig wie im Vorgänger. Was diesen Schwerpunkt angeht braucht ihr also nicht mit Abzügen in irgendeiner Note rechnen, sondern könnt euch ganz entspannt auf das einlassen, was bereits so gut funktioniert hat und es hier erneut tut.

Oberflächlich betrachtet also keine schlechte Serie, nichtsdestoweniger auch nichts, was in irgend einer Form großartig in Erinnerung bleiben dürfte. Um die Neugier nach Staffel 1 zu befriedigen oder einfach nur zum Berieseln am Wochenende sollte es dennoch genügen.

Am Ende bleibt trotz allem ein bitterer Nachgeschmack, da der Nachfolger dem Vorgänger nicht ansatzweise gerecht wird. Vom verschenkten Potenzial an allen Ecken mal ganz zu schweigen.

Bewertung: 3/5** #Kekkai Sensen & Beyond #Blood Blockade Battlefront & Beyond