Don Quijote

#Don Quijote ist ein Klassiker unter den Romanen, der immer wieder gerne in verschiedenen Interpretationen verfilmt wurde. Verfasst wurde die Geschichte vom spanischen Schriftsteller Miguel de #Cervantes Saavedra. Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil wurde im Jahr 1605, der zweite 1615 veröffentlicht. Die erste deutsche Übersetzung erschien mit allerdings nur 23 Kapiteln 1648.

Die Geschichte handelt von einem verarmten Landadeligen namens Alonso Quijano, der nahezu alle Ritterromane gelesen hat. Er verschlang massenhaft Bücher mit Heldengeschichten, was ihm den Verstand raubte, sodass er an einem Punkt ankam, an dem er Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden konnte.

Eines Tages bastelte er sich eine rostige Ritterrüstung, stieg auf seinen klapprigen Gaul und zog mit dem Bauern Sancho Panza, den er zu seinem Knappen erwählte, in die weite Welt, um als „fahrender Ritter“ Abenteuer, wie die in seinen Romanen, zu erleben. Dies passiert in einer Zeit, in der es seit Generationen schon kein Rittertum mehr gab.

Philosophische Auseinandersetzung

Im originalen Text auf Spanisch wird oft mit doppeldeutigen Wörtern gespielt. Auch verwendete Cervantes verschiedene Erzählformen. So werden rhetorische Unterschiede zwischen dem Adligen und dem Bauern sichtbar. Bei der Analyse des Buches trifft der Leser auf tiefgründige und philosophische Gedankengänge des Autors. Es wird auf Wirklichkeit und Traum, auf Realität und Irrealität, auf den Idealismus, die Tugend und den Kampf persönlicher Interessen angespielt.

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Die Illusion, die für den einzelnen Menschen zur Realität konvertiert, zieht sich durch den kompletten Roman. So wird er Dulcinea, die für ihn eine Realität darstellt, im kompletten Buch nie zu Gesicht bekommen und doch lebt sie in seinen Gedanken und er schlägt sich sogar für sie. Oft braucht der Mensch nur etwas, an das er glauben kann, um daraus Kraft zu schöpfen, auch wenn es nicht real ist.

Während Don Quijote in seiner Welt lebt, sieht Sancho Panza die gemeinsamen Situationen aus einer anderen Perspektive. Hier verschmelzen die unterschiedlichsten Realitäten beider Protagonisten. Und doch harmonieren sie, da jeder seine ganz persönlichen Hoffnungen an die gemeinsamen Abenteuer knüpft. Aus verschiedensten Beweggründen gehen sie eine temporäre Zweckgemeinschaft ein. Trotz des Wissens des Knappen, dass der Ritter in einer völlig anderen Realität lebt, die für ihn abstrakt und kaum nachvollziehbar ist, folgt er gehorsam und akzeptiert unterwürfig aus freien Stücken den verwirrten Ritter als seine Leitperson.

Miguel de Cervantes

Das bewegte Leben des Autors Cervantes liest sich wie ein Abenteuer-Roman. Als drittes von sieben Kindern wurde er in einer verarmten adeligen Familie geboren. Er studierte Theologie und philosophische Schriften in Salamanca und Madrid. In Rom arbeitete er als Kammerdiener von Kardinal Giulio Acquaviva. In Nepal trat er in die dort stationierte spanische Marine ein und nahm an der Schlacht von Lepanto teil, wo er drei Schusswunden erhielt. Nach dem Ausscheiden aus der Marine wurde Cervantes auf dem Heimweg auf einer Galeere von algerischen Korsaren angegriffen und wanderte für fünf Jahre in die Sklaverei. Nach etlichen gescheiterten Fluchtversuchen wurde er schließlich durch den Trinitarier-Orden freigekauft. Zwischen 1580 und 1582 nahm er als Soldat an den Kriegszügen Spaniens gegen Portugal und die Azoren teil. Im Jahr 1585 arbeitete er als Steuereintreiber. Da er sich unter anderem an Kircheneigentum vergriff, wurde er von einem Inquisitionsgericht exkommuniziert. Wegen angeblicher Veruntreuung von Staatsgeldern, kam er 1597/98 für drei Monate in Untersuchungshaft. Verarmt starb er 1616 in Madrid. #Philosophie