Und man tut es wieder! Warum? Weil diese Filme wie schlechte Vorabendserien sind - vorhersehbar, unrealistisch, oberflächlich - aber trotzdem unglaublich unterhaltend. Und deshalb sind die Kinos auch 2018, beim dritten Teil des SM-Romans „Fifty Shades of Grey“, gut gefüllt. Viel positive Kritik kann man nicht üben, trotzdem wird es einem keine Sekunde langweilig, eine kleine Rechtfertigung für Produktionskosten von circa 40 Millionen Dollar und dem Fitnesstrainingsaufwand der Hauptdarsteller Dakota Johnson (Tochter von Melanie Griffith und Enkeltochter von Tippi Hedren) und Jamie Dornan, die Anastasia und Christian verkörpern.

Der Glanz von Schwarz-Weiß

Nun aber zur Handlung: Nachdem die bislang unerfahrene Ana den milliardenschweren Unternehmer Christian Grey kennengelernt und von einem SM-süchtigen Einzelgänger zum liebenden Partner gewandelt hat, folgt nun der große Schritt: Von der Sub zur Ehefrau, mit allen Problemen, die dies so mit sich bringt: Eifersüchtige Architektinnen mit gemachten Brüsten wie rachesüchtige Exbosse namens Hyde - in diesem Film wird tatsächlich kein Klischee verschont, es gibt Schwarz und Weiß, Gut und Böse: Die Hochzeitsreise geht nach Paris, die Frau ist beruflich erfolgreich und brät ihrem heißen Mann zuhause Steaks.

Folgenden Zuschauern sei dieser Film zu empfehlen: Denen, die lästern wollen oder denen, die bereit sind, diese glänzende Welt für anderthalb Stunden zu akzeptieren.

Der Einfluss von Instagram auf Sexfilme

Wenn man bereit ist, sich auf diese Welt einzulassen, dann kann man vieles an diesem Film genießen, denn an Glanz wurde nicht gespart: Strahlende Autos, funkelnde Kulissen, glitzernde Kleider und Körper wie Essen zum Hineinbeißen. Tatsächlich zeigt Regisseur James Foley mehr Haut als seine Vorgängerin in Teil 1, der Film darf die Bezeichnung Erotikfilm zurecht tragen, wenn man das Wort "Porn" in die Instagramsprache überträgt, in der alles Schöne damit bezeichnet wird. Ja, Stils aus „Fifty Shades of Grey“ würden dort mit #foodporn, #travelporn und #lifestyleporn markiert werden. Und wie jedes andere Erotikfilmchen aus dem Netz darf man diesen Film nicht auf die Realität übertragen.

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Denn ja: Natürlich vermittelt der Film ein falsches Frauenbild! Aber er vermittelt generell ein falsches Bild von der Realität und deckt wie jeder reine Sexfilm eine Fantasie ab. „Fifty Shades of Grey“ verbindet hier Elemente des Sexfilmchens mit der Vorstellung, auf einmal Prinzessin zu sein und einen Kleiderschrank voller Abendkleider und Lingerie zu haben.

Hinaus aus dem Kino, rein ins Schlafzimmer - und dann?

In dieser Hinsicht muss man dem dritten Film wenigstens dazu gratulieren, dass er in seinem Stil, anders als sein Vorgänger, konsequent ist und keine Mischung aus psychologischer Analyse der SM-Vorliebe und Glamourromantik sein möchte. Gelungen ist wie in Teil 1 und 2 die Auswahl der Musik und auch die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller lässt sich in der einzigen (dafür aber tatsächlich sehr gelungenen) Streitszene der beiden erkennen. Nun, nach dem Höhepunkt der Trilogie, die das Sexverhalten weltweit verändert haben soll, bleibt spannend, ob Dakota Johnson und Jaime Dornan den Absprung in die Realität schaffen.

Zumindest ihre Körper bleiben für immer festgehalten. Und sorgen möglicherweise für etwas mehr Glanz im Schlafzimmer… #FiftyShadesofGrey #Kino