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Der massive Medienzuwachs in den letzten Jahren hat es uns nun möglich gemacht, sämtliche unserer Interessen ins Internet zu stellen und zu veröffentlichen. Darunter auch ein immer größer werdender Trend: Das Cosplayen und die große Szene dahinter.

Was ist "Cosplayen" überhaupt?

Cosplayen ist grundsätzlich das Darstellen eines Charakters aus Büchern, Videospielen ,Filmen, Serien, Anime und Manga. Es geht dabei meistens nicht um Perfektion, sondern daran Spaß zu haben, die Charaktere darzustellen. In den 1990er Jahren schwappte der ursprünglich japanische Verkleidungstrend auch in die USA und nach Europa über. Dort wurde er durch die Verbreitung und Popularisierung von Facebook und anderen Social Media Plattformen immer bekannter und beliebter.

Durch die steigende Beliebtheit der Szene, durch Verbreitung auf sozialen Plattformen, stieg auch das competitive Denken unter den Cosplayern an sich, wodurch Wettbewerbe immer beliebter wurden.

Ein Interview mit der Cosplayerin "BubbleThesi"

Um einen besseren Einblick hinter die Kulissen und Eindruck zu bekommen, habe ich der Youtuberin und Cosplayerin "Bubblethesi" einige Fragen gestellt, welche sie offen und interessiert beantwortete. Sie arbeitet ehrenamtlich seit 2013 mit anderen Cosplayern zusammen auf Fantreffen und Conventions.

"Seit wann cosplayst du schon im Allgemeinen?"

Thesi: Ich cosplaye seit 2010. Mein erstes cosplay (Sanji aus One Piece) trug ich mit circa 15.

"Wie kamst du auf die Idee mit anderen Cosplayern ehrenamtlich zu arbeiten?"

Thesi: Ich war früher regelmäßiger Gast bei dem Anime und Cosplay Fantreffen in Kiel und habe da viele Freunde gefunden.

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Das hat mir viel geholfen, da ich zu der Zeit ein Außenseiter auf meiner Schule war und unter Mobbing litt. Die Anime Fanszene und die regelmäßigen Treffen waren ein Ausgleich für mich und ein sicherer Ort, wo ich so sein konnte, wie ich bin. Nach einigen Jahren fragte man mich, ob ich im Programmbereich helfen möchte und ich fing an kleine Quizze und Workshops anzubieten. Irgendwann stieg ich auf die Orga-Ebene auf. Mir war es sehr wichtig, dem Treffen, das mir damals geholfen hat etwas zurück zu geben und nun für Jüngere einen sicheren Ort zu bieten.

"Macht es dir Spaß?"

Thesi: Ja auf jeden Fall. Wobei es einige Knackpunkte gibt, die die ganze Sache anstrengend gestaltet. Manchmal steigt einem die Planung etwas über Kopf oder es gibt Streitereien innerhalb der Orgaschaft. Aber im Großen und Ganzen ist es der schönste Dank für die ganze Arbeit, wenn man sieht, dass wir vielen Leuten einen tollen Tag bieten konnten.

"Gab es schon harte Rückschläge auf Plattformen wie Facebook?"

Thesi: Oh ja.

Besonders wenn es um Cosplay Wettbewerbe geht. Oft beschweren sich die Leute via Facebook über die gewählte Jury und manchmal sind manchen die Regeln nicht offen genug. In der Regel kann man es nicht jeden Recht machen.

"Glaubst du, dass cosplayen bereits zur Norm gehört?"

Thesi: Nein. Es ist zwar ein bekannteres Hobby geworden, aber dennoch gilt es aus ungewöhnlich und „merkwürdig“. So gut wie jedes Mal, wenn ich im Cosplay draußen war, wurde ich von Passanten, zum Teil wirklich unfreundlich, gefragt, was das ganze eigentlich sei.

"Was glaubst du hast du zur wachsenden Popularität dieser Szene beigetragen?"

Thesi: Ein eindeutiger Faktor sind die Sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter, auf denen die Cosplayer oder die Cosplay-Fotografen ihre Bilder teilen. Aber auch die großen deutschen Conventions, wie zum Beispiel die Connichi in Kassel, tragen die Szene nach außen. Doch auch herkömmliche Sendungen, wie Galileo oder das Frühstücksfernsehen, zeigen Berichte über Cosplayer und die Conventions.

"Wie denkst du über eine Förderung dieser Szene?"

Thesi: Ich stehe einer Förderung positiv gegenüber, wenn sie denn von innen kommt. Berichte im TV zum Beispiel machen sich oft nur lustig oder nehmen die Szene nicht ernst.

"Wenn du jemandem erklären müsstest, was du während deiner Arbeit dort machst, was würdest du sagen?"

Thesi: Ich mache Jugendarbeit in der Cosplay- und Gamingszene und fördere damit die Vernetzung und den Austausch unter Jugendlichen.

Wandel in der Zukunft

Nun wird die Cosplayszene immer größer und populärer. Durch die Einbettung von Anime in immer mehr Mainstreamsendern wie z.B. DragonBall auf Pro7 und Filmen wie Black Panther in den Kinos rutscht die Cosplayszene natürlich auch immer weiter in die Öffentlichkeit. Wie im Interview bereits angesprochen, zeigen sogar schon Fernsehsendungen Beiträge darüber. Die Zukunft der Cosplayer wird immer öffentlicher und selbst wenn es noch nicht von allen akzeptiert beziehungsweise angenommen wird, findet sich die Szene immer zentraler in der Mitte der Gesellschaft. Besonders unter Jugendlichen beliebt, wird in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich ein großer Wandel in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Je mehr Medienpräsenz diese Szene bekommt, desto schneller wird sie auch von allen angenommen und gleichzeitig mitgerissen sowie fasziniert werden. Um diesen Artikel mit den Worten von Bubblethesi zu beenden: "An alle, die interessiert sind: Habt keine Angst, zu uns zu kommen. An alle, die uns nicht kennen: Habt keine Angst zu fragen. Wir sind auch nur Menschen gegebenfalls mit bunten Haaren."