Von den 1980er-Jahren bis in die Gegenwart. What happened?

Kennen Sie Akte-X (The X-Files)? Diese vor einer halben Ewigkeit entstandene Serie um zwei FBI-Agenten, die unterschiedlicher nicht sein könnten? Wahrscheinlich schon! Dieses Serienphänomen geht nun in die elfte Runde. Vielleicht ist es dieses Mal die letzte. Das hat zumindest Hauptdarstellerin Gillian Anderson behauptet, die nach dieser Staffel die Rolle der Dana Scully endgültig ad acta legen will. Doch gab es diese oder ähnliche Gerüchte schon zuhauf, am Ende hat man sich dann doch irgendwie arrangiert, und die Reise konnte weitergehen.

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Akte-X ist das, was man ohne Weiteres eine langlebige Serie nennen könnte. Seit die Mystery/Horror/Sci-Fi-Serie vor etwa 25 Jahren an den Start gegangen war, hat sich wahrlich einiges getan: neun Staffeln bis 2002 (inkl.

Darstellerwechsel und Konzeptänderungen), zwei Kinofilme, ein Spin-Off und unzählige Franchise-Produkte von Büchern zu Videospielen zeigen deutlich auf, warum diese Serie heute Kultstatus genießt. 2016 kam es dann zu einem Neubeginn in Form einer zehnten Staffel. Diese enthielt zwar "lediglich" sechs Episoden, veranschaulichte aber dennoch den Nimbus, der Akte-X betreffend, nach wie vor ungebrochen schien, wenn auch in anderem Ausmaß als zu den Hochzeiten.

Was war so besonders?

Akte-X kam in einer Zeit auf den Markt, in der die gängige Serienkonzeption noch eine gänzlich andere gewesen ist. Wir schreiben das Jahr 1993. Die Serien aus den Jahrzehnten davor folgten einem starren Schema, das nur in den allerwenigsten Fällen aufgebrochen wurde (wenn dies überhaupt geschah). Exemplarisch dafür sind Serien wie etwa Columbo, Star-Trek, Knight-Rider oder MacGyver, um nur einige wenige zu nennen.

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Diese Serien, die heute oftmals kultig verehrt werden, konstituierten sich vor allem dadurch, dass Handlung und Dramaturgie einem roten Faden folgten, einem roten Faden, der sich so gut wie nie änderte, die Grundstruktur blieb unangerührt. Can't touch this! Umgangssprachlich (und leicht polemisch) könnte man von Schema F sprechen, was nichts anderes bedeutet als: Es passiert immer das Gleiche, nur ein wenig anders. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.

Wind of Change

Nicht, dass Akte-X das alles grundlegend verändert hätte. Das taten dann andere Serien, die später kamen. Serien wie z.B. Lost, 24, Six Feet Under oder Die Sopranos. Es waren vor allem Privatsender wie HBO, die maßgeblichen Anteil am Wandel der Serienkonzeption hatten. Die Laufzeit der Episoden wurde länger, sie wurden ohne Werbeunterbrechungen geschaltet, sie entzogen sich plötzlich einem festen Muster, sind flexibler und vielschichtiger geworden. Doch waren es davor schon Serien wie Twin Peaks oder auch Akte-X, die es gewagt haben, neue Ideen einzubringen, sich neuen Herangehensweisen und Schemata zu öffnen, die schlussendlich auch mutig genug gewesen sind, etwas zu wagen, etwas anders zu machen, die teilweise ein wenig ausgeflippt gewesen sind. Vielen Dank dafür. Auf die nächsten 25 Jahre!