Wer Geld im Rücken hat, wird zusätzlich in allen möglichen Lebenslagen bevorzugt. So ist es in unserer Gesellschaft und so scheint es auch in diesem Fall zu sein. Viele Zuschauer verstehen nicht, warum RTL für ihre große Freitagabend-Show "Let's Dance" eine blutige Anfängerin als Moderatorin gewählt hat, die mit dieser Aufgabe dann auch erwartungsgemäß überfordert zu sein schien.

Victoria Swarovski hatte bisher neben ihrer Musik nur in der Jury vom Supertalent gesessen, eine Aufgabe, die mit einer Moderation nicht zu vergleichen ist. Viele Laien denken, dass jeder moderieren kann. Einfach hinstellen und reden, das kann doch nicht so schwer sein.

Weit gefehlt. Selbst bei den meisten Lokalradios ist es ein weiter Weg, bis Mitarbeiter die sogenannte "Sprachfreigabe" erhalten. Und das bedeutet dann nicht, eine ganze Sendung zu moderieren, sondern vielleicht mal einen kleinen "Aufsager" zu sprechen. Dabei geht es gerade mal um ein paar Sätze, die vorher eingesprochen werden und das solange, bis eine sendbare Version entstanden ist.

Vorgängerin Sylvie Meis

Auch Sylvie Meis durfte 2011 die Moderation übernehmen, nachdem sie "Let's dance" im Vorjahr gewonnen hatte. Aber das ist nicht zu vergleichen. Sylvie hatte 2003 erfolgreich an einem Moderatorencasting des Senders TMF teilgenommen und durfte danach als erstes die Sendung "Fox Kids" moderieren. Das ist der übliche Start einer Moderatorenkarriere. Natürlich könnte man Sylvie vorwerfen, dass sie vielleicht besser nicht nur ins Fitness-Studio, sondern auch hin und wieder mal in einen Sprachkurs gegangen wäre, um ihr Deutsch zu verbessern.

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Aber, laut dem offiziellen Statement von RTL, war das noch nicht einmal der Grund für Sylvies Rauswurf.

Marijke Amado: Es geht um Geld und Macht

Jetzt hat Marijke Amado, ebenfalls wie Sylvie Niederländerin und Moderatorin, gegenüber der BILD ausgesprochen, was viele denken. Victorias Vater, Paul Swarovski, sei ein einflussreicher Industrieller. Der buche eben bei RTL ein paar Werbungen und schon habe die Tochter den Job. Marijke kritisiert die Veränderungen der letzten Jahre. Früher hätten kreative Köpfe die Entscheidungen getroffen, heute würden das Buchhalter übernehmen, die nur aufs Geld schauen würden. "Da kannst du noch so gut sein. Heute geht es nur um Geld und Macht", zitiert die BILD Marijke. Ob sie damit so falsch liegt? Papa Swarovski soll 2016 mit seinem geschliffenen Kristallglas fast 3,4 Milliarden umgesetzt haben. Und eine bessere Werbung, als die Moderation von Victoria, ist kaum noch denkbar. Schließlich fällt der Name Swarovski während der gesamten Show immer wieder.

Und wenn das Töchterchen dann noch das ein oder andere Schmuckstück aus der Kollektion trägt, entsteht eine ganz neue Art der Produktplatzierung.

RTL dementiert

Laut BILD-Recherchen soll das Unternehmen Swarovski seit Jahren fester Werbepartner von RTL sein, für das aktuelle Jahr sei aber noch keine Kampagne geplant. Und ein RTL-Sprecher soll die Vorwürfe von Marijke ganz klar dementiert haben: Diese Vermutung entbehre jeder Grundlage.

Ob Victoria Swarovski in der nächsten Sendung besser abschneidet? Das wird sich am Freitag, 16. März, ab 20.15 Uhr bei "Let's dance" auf RTL zeigen.