Jack London, der sozialistische Schriftsteller

Jack London war einer der bemerkenswertesten Schriftstellern der USA. Geboren wurde er 1876 in San Francisco und starb 1916 nach einem abenteuerlichen Leben in Glen Ellen, Kalifornien. Viele kennen ihn vor allem durch seine Abenteuerromane „Der Seewolf“, „Ruf der Wildnis“ oder „Wolfsblut“. Viele seiner Werke dienten als Grundlage für Verfilmungen. Mehr als Abenteuer spiegelt sich allerdings seine sozialkritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft in seinen Büchern wieder. Noch zu Lebzeiten wurde er als weltweit erfolgreichster Autor gefeiert.

"Martin Eden" ein Buch mit autobiographischen Zügen

Zu einem seiner größten literarischen Werke zählt der Roman „Martin Eden“, der erstmals im Jahre 1909 erschien.

Es ist eines dieser Bücher, die zu Ende gelesen werden müssen, wenn sie einmal aufgeschlagen werden. In diesem Roman verarbeitet Jack London mit teilweisen autobiografischen Ansätzen das Klassensystem zwischen Arm und Reich und wie der Protagonist Martin Eden den Sprung von der untersten in die oberste Klasse schafft, und das nur mit Hilfe von Bildung, die er sich autodidaktisch aneignet. Den Antrieb für persönliche Änderungen liefert die Liebe zu Ruth Morse, einem gebildeten Mädchen aus reichem Hause. Der Roman begleitet Martin Eden bei seiner Transformation von einem ungehobelten armen Abenteurer zu einem gebildeten, geachteten und reichen Mann. In diesem Buch werden die Wesenszüge der Gesellschaft im Umgang mit der Akzeptanz von Menschen aufgezeigt. Zählt doch weniger ein guter Charakter, als der Schein des Seins.

Top Videos des Tages

Schubladendenken zum Anfassen. Letztendlich schafft es Martin Eden in die höchste Gesellschaft als erfolgreicher Schriftsteller. Damit erobert er nicht nur die Herzen der oberen Gesellschaft, sondern auch das Herz seiner geliebten Ruth, wissend, dass ihre Liebe auf der Approbation der Gesellschaft und nicht auf seinem Wesen beruht.

Martin Eden in der Aktualität

Auch in der heutigen Zeit verliert das Werk „Martin Eden“ weder an Bedeutung noch an Aktualität. Die Thematik des Außenseiters der Gesellschaft, wenn einer nicht nach ihren Spielregeln spielt, ist noch heute weit verbreitet. Wer nicht mit der Masse schwimmt, geht unter. Ein zentrales Thema des Buches ist die Bildung. Auch heute haben wir in Deutschland ein fest abgegrenztes Klassensystem in der Bildung. Da gibt es die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium. Verlierer oder Sieger im Leben zu sein wird dem Nachwuchs schon in der Kindheit zugeteilt. Die Gleichberechtigung wird bei der Bildungspolitik ausgehebelt und Perspektiven in der Zukunft sind vorprogrammiert. Kein Kind ist so erwachsen, um die Auswirkungen seines infantilen Handelns während seiner Kindheit zu begreifen. Das Selektieren in der Grundschule für die weiterführenden Schulen wird viel zu früh vorgenommen.