Das Eierwasser blubbert, während das Badewasser über die Wanne schwappt. Elisa (gespielt von Sally Hawkins) verlässt die Wohnung über dem alten Kino. Grünlich schimmert die Morgenroutine ihrer Welt, in die sie nur ihren besten Freund und Nachbarn Giles und ihre Kollegin Zelda lässt. Die beiden arbeiten als Putzfrauen in einem wissenschaftlichen Institut, in das eines Tages ein merkwürdiges Lebewesen gebracht wird… So die Ausgangssituation des am Wochenende mit dem Oscar [VIDEO] ausgezeichneten Films von Guillermo del Toro.

Klare Charaktere unter Wasser

Das Lebewesen, gespielt von Doug Jones ist intelligent, aber stumm-wie Elisa selbst, die als Kind am Fluss gefunden wurde und kiemenartige Verletzungen am Kinn trägt.

Nach und nach bringt sie dem Lebewesen Zeichensprache bei, doch das Institut will es vernichten, für sie ist es ein Ungeheuer, auch Giles bezeichnet es als „Ding“. Die Geschichte des Films ist einfach, Gut und Böse sind klar umzeichnet - typisch für ein Märchen, das dieser Film sein will und mit einem zauberhaften Soundtrack unterstreicht. Del Toro schafft zweifelsfrei eine eigene Welt zwischen Wasser und einer Welt im Kalten Krieg, in der er seine Charaktere perfektioniert: Die schweigende Elisa, der einsame homosexuelle Giles, die redselige dunkelhäutige Zelda und der gewalttätige Strickland. Malerisch wirkt diese detaillierte Welt, manchmal jedoch auch etwas zu stumpf - wie unter Wasser.

Seichte Wasser und tiefe Einsichten

Für ein Erwachsenenmärchen fehlt teilweise die Vielschichtigkeit der Figuren, die Beweggründe der Bösen, hier rutscht der Film zu sehr ins Klischee der russisch-amerikanischen [VIDEO] Feindschaft.

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Dafür haben jedoch ein Homosexueller und eine Schwarze den größten Redeanteil im Film, ein guter Wille im alten Hollywood, das böse Männerbild wird jedoch zu wenig durchleuchtet. Doch trotz Vorhersehbarkeit schafft es del Toro, die Spannung über den gesamten Film zu halten und durch die Liebesgeschichte eine neue Dimension aufzumachen, auf die man sich allerdings einlassen muss.

Schimmern unter der Oberfläche

Sie zeugt jedoch von sexueller Unabhängigkeit, von Seelenverwandtschaft in einer von Männern dominierten Welt, in der Strickland seiner Frau beim Sex den Mund absichtlich zuhält. Del Toro selbst sagte, er glaube an Monster, das Leben und die Liebe. Der Film darf als Verbildlichung dieser Lebenseinstellung gesehen werden und als Hommage an vergangene Zeiten, die in Giles Fernseher vor sich hin laufen, Jazzmelodien und Tanz, die jedoch auch zu einer schwachen Szene des Films führen, in der Elias mit der Kreatur tanzt und singt. Dabei sprechen die Bilder genug.

Das Flüstern des Wassers

„Shape of Water“ ist ein perfekt inszenierter Film voller liebevoller Details und mit einer klaren Botschaft und trotzdem voller Geheimnisse, es ist eine eigene Welt, jedoch eine, auf die man sich einlassen, ins kalte Nass springen, sich berieseln lassen muss, diese Unterwasserwelt muss einem gefallen mit ihren Eigenarten und eigenen Gesetzen, die mich persönlich manchmal überschwemmt haben.

Sie waren aber trotzdem schön anzusehen, wie sie im Wasser beim Walzer die Liebe feierten.