Am Anfang war das Wort!

Wir machen eine Zeitreise zurück in das Jahr 1981. Ronald Reagan, ein Republikaner und Hardliner, wurde 40. Präsident der Vereinigten Staaten, der Kalte Krieg beschäftigte die Öffentlichkeit, Ende Juli fand in London die Hochzeit zwischen Prinz Charles und Diana statt, knapp drei Monate später erlebte die Welt die Gründung einer Rockband. In Kalifornien, namens Metallica. Bücher wurden nebenbei auch noch veröffentlicht. Eines davon hieß Red Dragon. Von Thomas Harris.

Dieses Werk, das den psychopathischen Killer und Kannibalen Hannibal Lecter einführte, wirkte enorm auf die Populärkultur ein. Vor allem wegen der Figur des Hannibal Lecter.

Doch kurz zurück zum Verfasser des Buches, Thomas Harris. Dieser arbeitete jahrelang als Kriminalreporter in Mexico und den USA, später als Redakteur in New York. Durch seine Bücher gelangte er zu großer Bekanntheit und schließlich zu Weltruhm.

Blutmond

Was viele nicht wissen, ist, dass der Stoff bereits im Jahre 1986 verfilmt worden ist. Einige Jahre bevor ein gewisser Anthony Hopkins das erste Mal in die Rolle des abseitigen Hannibal Lecter schlüpfte. Manhunter (Blutmond) hieß das Machwerk. Regisseur: Michael Mann, der 1995 mit Heat einen zeitlosen Großstadt-Klassiker schuf. Der Lecter aus Manhunter (Brian Cox, nicht einmal schlecht unterwegs) ging irgendwo in den Weiten der Filmgeschichte verloren.

In Bezug auf die Hannibal-Lecter-Story konnte Manhunter nicht ansatzweise einen solchen Hype kreieren, wie dies dann ein paar Jahre danach, 1991, mit Silence of the Lambs (Das Schweigen der Lämmer) gelingen sollte.

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In diesem Film brillierte der zuvor erwähnte Anthony Hopkins als Hannibal (the Cannibal), wofür er 1992 auch den Oscar für den Besten Hauptdarsteller gewann. Außerdem wurde Silence of the Lambs als Bester Film ausgezeichnet (Hinweis: er gewann nicht ausschließlich in diesen Kategorien).

Tatsächlich ist Silence of the Lambs der zweite Roman der Hannibal-Lecter-Reihe, jedoch die erste Verfilmung des Stoffes, die von einem breiten Publikum rezipiert worden ist. Hopkins einnehmende Darstellung ging in die Filmgeschichte ein; der Schauspieler wird nach wie vor sehr stark mit dieser Rolle assoziiert. Immerhin hat er sie danach noch weitere Male verkörpert (Hannibal, Red Dragon).

Auftritt: Mads Mikkelsen

Der 1965 in Kopenhagen geborene Mikkelsen wurde um das Jahr 2000 herum international bekannt. Maßgeblichen Anteil hatten seine Auftritte als Tonny in den ersten beiden Filmen der Pusher-Trilogie aus Dänemark. Für die Inszenierung dieses Mehrteilers (der erste Teil erschien 1996) zeigte sich ein gewisser Nicolas Winding Refn verantwortlich, seines Zeichens Genie und Verrückter in Personalunion.

2013 dann ergatterte Mikkelsen die Rolle des Hannibal Lecter in der von Bryan Fuller entwickelten Serie Hannibal. Welch' Frevel? Könnte man meinen. Denn wie war es möglich, dass ein anderer als Anthony Hopkins die Rolle des Lecter übernahm? Impossibile!

Fazit

Am Ende der Nacht bleibt es den Zuschauern selbst überlassen, welchen Lecter sie favorisieren. Alle (auch Brian Cox) haben der Rolle ihren Stempel aufgedrückt, auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Wer die Bücher von Thomas Harris kennt, weiß, dass es in erster Linie Abgründigkeiten sind, die dort behandelt werden. In diesem Sinne haben ebenfalls alle, Cox, Hopkins und Mikkelsen, in dieser Rolle reüssiert. Der eine mehr, der andere weniger. Es wird sich zeigen, wer der nächste Hannibal Lecter werden wird. Denn eines ist sicher, geben wird es ihn auf jeden Fall. Mahlzeit! Und ein guter Chianti!