Die DEFA

Am 17. Mai 1946 war in Potsdam-Babelsberg die Geburtsstunde der Deutschen film-AG, kurz DEFA genannt. Die DEFA drehte rund 700 Spielfilme, 750 Animationsfilme und 2250 Dokumentar- und Kurzfilme. Synchronisiert wurden etwa 8000 Filme. Vor allem zur Anfangszeit war die Themenauswahl auf Antifaschismus und dem sozialistischen Realismus ausgerichtet. Er nutzte als Werkzeug zur Propaganda der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Ganz im Zeichen der Arbeiterklasse und des Klassenkampfes wurde der Sozialismus in den Filmen idealisiert und kommunistische Werte vermittelt. Während die DEFA am 11. November 1947 zu einer sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaft mit 45 Prozent deutschen und 55 Prozent sowjetischen Anteilen umgewandelt wurde, ging sie nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik nach und nach komplett in deutsche Hände über.

Bedeutende Filme der DEFA waren „Die Mörder sind unter uns“ , „Geteilter Himmel“, „Spur der Steine“, „Die Legende von Paul und Paula“ oder „Jakob der Lügner“.

„Jakob der Lügner“ als erfolgreicher Film der DEFA

Dieser Film ist eine Verfilmung des Romans von Jurek Becker aus dem Jahr 1974 unter der Regie des legendären Frank Beyer. Die Premiere fand im Fernsehen der DDR am 22.Dezember 1974 statt. Es war die einzige DDR-Produktion, die für einen Oscar in der Kategorie bester fremdsprachiger Film vorgeschlagen wurde. Neben dieser Nominierung 1977, bekam er 1975 in West-Berlin zu den 25. Internationalen Filmfestspielen den Silbernen Bären überreicht und erhielt 1976 den Nationalpreis der DDR zweiter Klasse.

Die Rolle des Jakob sollte erst der westdeutsche Schauspieler und Publikumsliebling Heinz Rühmann spielen.

Gegen diese Besetzung sprach sich Erich Honecker persönlich aus.

„Spur der Steine“ als politischer Skandal in der DDR

Dieser Spielfilm aus dem Jahr 1966 ist ebenfalls ein Film, in dem Frank Beyer die Regie führte und basiert auf dem Roman von Erik Neutsch. Nach der Uraufführung in Portsdam lief er noch drei Tage in den Kinos und wurde dann wegen „antisozialistischer Tendenz“ abgesetzt. Es wurden Genossen organisiert, die mit negativen Zwischenrufe den Film schlecht machen sollten. Erst im Jahr 1989 durfte er in der DDR wieder gezeigt werden. In der Hauptrolle spielt Manfred Krug den Zimmermann und Brigadeleiter Hannes Balla. Mit unsozialistischen Methoden organisieren sich er und die Zimmerleute seiner Brigade Material, das für ihre Arbeit benötigt wurde, ohne den bürokratischen Dienstweg einzuhalten. Parteiautoritäten werden verhöhnt und untergraben. Zwischen dem Zimmermann und dem Parteisekretär, die sehr unterschiedliche Auffassungen haben, kommt es zu Rivalitäten auf der Baustelle und im privaten Leben und doch gewinnen sie sich ihren gegenseitigen Respekt.