Persönliche Gegenstände von Boris Becker unter dem Hammer

Wer hoch fliegt, kann tief fallen. Das hat auch das ehemalige Tennis-Ass Boris Becker zu spüren bekommen. Nun hatte er noch einmal Glück im Unglück. Die Internetversteigerung seiner persönlichen Dinge sollen nun gestoppt sein. Unter den Objekten, die unter den Hammer kommen sollten befanden sich Trophäen aus seiner Tennis-Zeit, Uhren und sogar ganz private Dinge wie Socken. Der Insolvenzverwalter Mark Ford wollte noch soviel wie möglich in einer Online-Auktion für die Gläubiger herausholen. Doch nun kam die Nachricht, dass die Versteigerung gestoppt wurde. Einige, der zum Kauf angebotenen Objekte hätten für Boris Becker lediglich einen emotionalen Wert.

Insolvenz und Schulden

Im vergangenen Jahr wurde Boris Becker von einem britischen Gericht für Insolvent erklärt. Die Schulden sollen sich nach eigenen Angaben auf etwa 3,9 Millionen Euro belaufen, wobei Gläuiger viel mehr forderten. Daraufhin sollten 80 persönliche Dinge aus dem Leben Boris Beckers versteigert werden. Am Donnerstag stieg das Gebot für eine Replik des US-Open-Pokals aus dem Jahr 1989 auf umgerechnet 37.500 Euro. Weiterhin wurde ein Bambi, eine Goldene Kamera und ein Wimbledon-Pokal zur Versteigerung angeboten. Es sollten Einnahmen bis um die 100.000 Euro durch die Auktion erzielt werden.

Beckers Anwälte wollten das Insolvenzverfahren durch diplomatische Immunität stoppen. Laut Becker sei er zum Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik ernannt worden, was Politiker dieses Landes bestreiten.

Den ehrenamtlichen Posten soll er in der zentralafrikanischen Botschaft in Brüssel übernommen haben. Der Außenminister der Zentralafrikanischen Republik, Charles Armel Doubane, unterstrich, dass Becker kein offizieller Diplomat des Landes sei und das afrikanische Land die Justiz im Fall Becker nicht behindern werde. Widersprüche kamen hingegen aus der Botschaft in Brüssel mit der Aussage, dass Boris Becker einen Diplomatenpass besitzen würde.

Boris Becker

Boris Becker wurde 1967 in Leimen geboren und war ein erfolgreicher Tennisspieler. Zwölf Wochen lang führte er die Weltrangliste an und gewann insgesamt 49 Turniere im Einzel sowie 15 im Doppel. Er ging in die Tennis-Geschichte als der jüngste Wimbledon-Sieger ein. Damals war er gerade mal 17 Jahre alt.Angefangen hat seine Karriere 1974 im Tennisclub Blau-Weiß Leimen. In die 1. Herrenmannschaft des DTB wurde er 1981 berufen. Seitdem ging es steil bergauf. Er gewann ein Spiel nach dem anderen. Es war auch ihm mitzuverdanken, dass in den 1980er Jahren das Tennisspiel zu einem populären Zuschauersport wurde.

Nach vielen Turnieren, Pokalen und Auszeichnungen trat Boris Becker 1999 vom Profisport zurück. Ende 2013 wurde er der Trainer von Novak Đoković, die damalige Nummer zwei in der Weltrangliste. Er war von Anfang an Werbeträger verschiedener Firmen und versuchte sich nach dem Profisport in der Wirtschaft. Bis zum 31. März gehörten ihm drei Mercedes-Autohäuser. Er ist Mitbegründer der Boris Becker GmbH und Mitgesellschafter der Völkl Tennis GmbH.