Die Künstlerin

Am 6. Juli 1907, vor 111 Jahren, wurde Magdalena Frida Kahlo y Calderón in Mexiko-Stadt geboren. Sie gehört zu den bekanntesten mexikanischen Künstlern, die in ihren Gemälden einen Spagat zwischen volkstümlicher Kunst und dem Surrealismus wagte und dies mit der Neuen Sachlichkeit würzte. Ihre Emotionen, die Fehlgeburten, das Leid in ihrer Ehe und ihre Krankheit verarbeitete sie in ihren Gemälden, die es zu einem hohen internationalen Bekanntheitsgrad schafften. Frida Kahlos Werk „Raíces“ wurde 2006 für 5,6 Millionen US-Doller versteigert. Damit gehört sie zu den teuersten lateinamerikanischen Künstlern.

Das Leben von Frida Kahlo

Frida war die Tochter des deutschen Fotografen Carl Wilhelm Kahlo und der Mutter Matilde Calderón y Gonzalez.

Der Vater wanderte 18-jährig nach Mexiko aus und nahm auch die mexikanische Staatsbürgerschaft an. Die Mutter war eine religiöse Frau, die ihre traditionelle Rolle als Hausfrau wahrnahm. Als Analphabetin bewegte sie sich meistens nur in ihrer traditionellen Welt. Dies führte gelegentlich zu Spannungen zwischen Tochter und Mutter. Vom Vater wurde sie in die Kunst der Fotografie eingeweiht.

Als Sechsjährige erkrankte sie an Kinderlähmung, weswegen das rechte Bein in Mitleidenschaft gezogen wurde. Fortan musste sie eine Ferseneinlage tragen. Im Jahr 1925 wurde sie Opfer eines Busunglücks, bei dem sich eine Metallstange durch ihr Bein bohrte. Da Frida Kahlo lange Zeit einen Ganzkörpergips oder Stahlkorsett tragen musste, war sie dazu gezwungen zu liegen. Um sich die Zeit zu vertreiben, fing sie an im Bett zu malen.

Nach und nach begann sie, gegen alle medizinischen Prognosen, wieder zu laufen. Doch ihr ganzes Leben lang litt sie an den Folgen des Unfalls.

Am 21. August heiratete sie den 20 Jahre älteren zu jener Zeit schon bekannten Maler Diego Reviera. Sie waren ein ungleiches Paar und doch war es eine ganz spezielle Beziehung, geladen mit vielen Emotionen. Einer war des anderen Muse und auch politisch gingen sie den gemeinsamen revolutionären Weg. Frida beklagte die häufige Untreue ihres Ehemanns. Als es ihr zu viel wurde, ließ sie sich 1939 scheiden und flüchtete in ein bohemes Leben voller Feiern, Alkohol, Affären und ihre Malerei. Doch all der Versuch, Diego Reviera zu vergessen, scheiterte. Die Liebe war größer und so heirateten sie 1940 ein zweites Mal. Das Leben der beiden dominierte die Kunst und die Politik. Ihr Haus war berüchtigt für ihre ausgefallenen Zusammenkünfte. Künstler, Politiker, Freunde und Bekannte gingen ein und aus. Unter unzähligen Affären von Frida befanden sich unter anderem die bekannte Sängerin Chavela Vargas aus Costa Rica, der deutsche Kunstsammler Heinz Berggruen und der russische Politiker Leo Trotzki.

Das Ende

Recht spät, erst 1953, hatte Frida Kahlo ihre erste Einzelausstellung. Da sie zu dieser Zeit krank ans Bett gefesselt war, ließ sie sich zu ihrer Vernissage tragen. Kurze Zeit später wurde ihr rechter Unterschenkel amputiert. Am 13. Juli 1954 starb die Künstlerin an einer Lungenembolie. Es kam das Gerücht auf, dass sich Frida selbst das Leben nahm, doch Beweise gibt es nicht. Ihr Mann lehnte eine Obduktion ab. Mit ihrem Tod hinterließ die Künstlerin der Nachwelt ihre emotionalen Werke, die noch heute viel aus ihrem Leben zu erzählen haben.