135 Jahre Franz Kafka

Heute vor 135 Jahren, am 3. Juli 1883, wurde in Prag einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller geboren. Die Rede ist von Franz Kafka. Zu seinen größten Erfolgen zählten die Romanfragmente „Der Prozess“, „Das Schloss“ und „Der Verschollene“. Daneben wurden auch zahlreiche Erzählungen von ihm veröffentlicht. Vieles von Franz Kafka wurde erst nach seinem Tod durch seinem besten Freund Max Brod publiziert, den er als Nachlassverwalter ernannt hatte. Ohne Brod wäre Kafka in der Anonymität des Schriftstellertums untergegangen, ohne dass die Welt je eine Notiz von ihm genommen hätte. Dieser Freund schaffte es in einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit den Namen Kafka zur Marke zu machen.

Dabei setzte er sich über den letzten Willen Kafkas hinweg, der besagte, dass seine Manuskripte verbrannt werden sollten.

Das Leben Kafkas

Kafka stammte aus einer jüdischen Familie und gehörte zur tschechischen Minderheit in Prag, deren Muttersprache Deutsch war. Dies erschwerte ihm, ein Identitätsgefühl aufzubauen. Zu jener Zeit gehörte Prag zum Habsburger Reich, in dem sich viele Nationalitäten und Kulturen mischten.

Kafka besuchte die Deutsche Knabenschule und danach das deutschsprachige humanistische Gymnasium. Seine Kindheit war geprägt durch das forsche Auftreten des Vaters, das Ängste und Unsicherheit beim feinfühligen Franz Kafka schürte. Mit 16 Jahren wurde sein Interesse für den Sozialismus geweckt. Mit 18 Jahren legte er seine Reifeprüfung ab und studierte Recht.

Er arbeite zuerst in einer privatem, dann in einer halbstaatlichen Versicherungsgesellschaft. Seine Arbeit sah er als Mittel zum Zweck, um schreiben zu können. Ihn verband eine innige Freundschaft zu Max Brod, der schon frühzeitig Kafkas Talent erkannte und es auch förderte.

Seine Beziehung zu Frauen war zwiespältig und gab Anlass zu vielen Spekulationen von Bindungsangst über Impotenz bis hin zur Homosexualität.

Im Jahr 1917 erlitt Kafka einen Blutsturz und es wurde bei ihm eine Lungentuberkulose diagnostiziert. Etwas über ein Jahr später erkrankte er an der Spanischen Grippe, die eine Lungenentzündung zur Folge hatte. Von Jahr zu Jahr ging es ihm schlechter, bis sich im Jahr 1923/24 die Tuberkulose auf den Kehlkopf niederschlug und ihm das Sprachvermögen nahm. Am 3. Juni 1924 starb er mit 40 Jahren in einem Sanatorium in Kierling bei Klosterneuburg.

Kafkas Werke

Die Werke von Kafka wird zur literarischen Moderne gezählt. Er verarbeitete in seinen Erzählungen unter anderem sein Verhältnis zu seinem Vater.

Dabei beschreibt er den Vater oft als mächtigen und ungerechten Mann. Aber auch andere Familienmitglieder projektiert er in seinen Geschichten. Er schrieb direkt und nüchtern. Noch zu Lebzeiten war Franz Kafka recht unbekannt. Selbstzweifel bremsten ihn aus. Der Ruhm kam erst nach dem Tod und den internationalen Durchbruch erreichten seine Erzählungen nach 1945. Heute gehört Kafka zu den meistgelesenen Schriftstellern der deutschen Sprache. Kafka ist aus der Literaturwelt nicht mehr wegzudenken.