Während viele User den Nationalmannschaft-Song "Wir fahr'n zusammen heim" genial finden, schimpfen die anderen über Gebührenverschwendung. Ist das noch Unterhaltung? Richtig ist, dass das benannte Video finanziert wurde aus unseren Rundfunkbeiträgen. Auch handelt es sich um keinen offiziellen WM-Song. Die ARD-Redaktion macht sich quasi über die Nationalmannschaft lustig. Satire ist durchaus auch ein Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR), Radio Bremen (RB) und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) verantworten den einminütigen Clip, der bereits knapp eine Million Klicks zu verzeichnen hat. Die drei Anstalten tragen die redaktionelle Verantwortung.

Jogi Löw in krassen Szenen gezeigt

Zunächst versucht "Funk" für seine jugendliche Zielgruppe erkennen zu lassen, dass es im Video um überspitzte Bemerkungen geht. "Wir fahr'n zusammen heim. Komm lass uns Salz in die Wunden streu'n." Und dann geht's munter zur Sache. Unschöne Bilder von Joachim Löw werden einblendet; zum Beispiel, wo sich der Nationaltrainer in die Hose fasste. Den Kommentar geben wir hier nicht wieder, kann aber in dem von YouTube und der ARD als nicht jugendgefährdend eingestuften Video angeschaut werden. "So schnell raus war'n wir noch nie", singen Dennis und Jesko von "Funk". Dann wird eine Werbung von Nivea eingeblendet, bei der Jogi Löw Werbegesicht ist. Er sagt: "Neue Bestzeit!"

AfD Politiker werden vorgeführt

Doch nicht nur die DFB-Elf (DFB = Deutscher Fußball-Bund) bekommt ihr Fett weg.

Auch die AfD (Alternative für Deutschland) wird genüsslich durch den Kakao gezogen. Jens Maier von der AfD erscheint mit seinem Twitter-Account. Denn der Jurist habe sich zuletzt abfällig über Mezut Özil geäußert. Kurz danach eine Blende auf Alice Weidel, wo sie einen sehr unvorteilhaften Gesichtsausdruck einnimmt. Hierzu der Appell: "Die AfD soll schön die Fresse halten!" Zum Schluss gibt es noch versöhnliche Worte, allerdings nur für das DFB-Team. Man wünsche sich, dass unsere Fußballer wieder "kroosartig" werden. Eine Anspielung auf das Tor von Toni Kroos im spektakulären Spiel gegen die Schweden.

Darf die FUNK sowas im Netz zeigen?

Klare Antwort: Ja! Denn zunächst einmal ist der Song als Satire zu verstehen. Betroffene könnten gegen das Video juristisch vorgehen. Allerdings sind die Hürden dafür sehr hoch. Im Frühjahr 2017 ging Alice Weidel gegen das Satire-Magazin "extra3" im NDR vor. Sie wurde dort als "Nazi-Schl**pe" bezeichnet. Die Beleidigung im gesamten Kontext betrachtet, wäre abschließend jedoch als Satire gerechtfertigt gewesen.

Das Landgericht Hamburg wies die Klage im letzten Jahr ab. Frau Weidel stehe als AfD-Spitzenkandidatin "im Blickpunkt der Öffentlichkeit" und habe "überspitzte Kritik" hinzunehmen, so das Gericht. Nicht anders dürften die derben Sprüche auch beim folgenden Video zu betrachten sein.

Hinweis: Das Video dürfen wir laut Rechteinhaber nur verlinken, aber nicht auf unserer Plattform abspielen lassen. Klickt deshalb auf Play, dann einfach auf den markierten Satz "Schau dir dieses auf YouTube an", sodann werdet ihr zum offiziellen YouTube Kanal weitergeleitet.