Jan Ullrich - From Hero to Zero

Die negativen Schlagzeilen um Jan Ullrich [VIDEO] (44), den Sieger der Tour de France von 1997 wollen seit Wochen nicht aufhören. Auf Mallorca kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Schauspieler Til Schweiger (54). Daraufhin zeigte der frühere Radrennprofi Einsicht und wollte seine Alkoholkrankheit auf deutschem Boden therapieren lassen. Vorerst kam es jedoch nicht dazu - Ullrich wurde wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung von der Polizei festgenommen und in eine Psychiatrie eingewiesen. Die Einrichtung durfte er mittlerweile jedoch wieder verlassen. Viele fragen sich nun zu Recht, was mit Jan Ullrich passiert ist und warum sein Leben [VIDEO] so eine krasse Achterbahnfahrt ist.

Ursachen könnten unter anderem in der von Alkohol und Gewalt gezeichneten Jugend von Ullrich liegen

Unter anderem in seiner Autobiografie von 2004 mit dem Titel "Ganz oder gar nicht" beschreibt Jan Ullrich, dass sein Vater Werner Ullrich mit heftigen Aggressionsproblemen und einer starken Alkoholabhängigkeit zu kämpfen hatte. Des Weiteren soll sich Werner Ullrich zunehmend seiner Verantwortung als Familienvater entzogen haben. In dem Buch von Ullrich ist zu lesen, dass sein Vater manchmal einen feuchtfröhlichen Abend mit Kumpels dem Besuch der Familie vorzog. Der Betonarbeiter soll zudem sowohl ihn, als auch seinen Bruder Stefan stark verprügelt haben. Bis heute klafft eine Narbe an der Stirn von Jan, die offenbar ein Überbleibsel der Gewaltattacke seines Vaters ist.

Auf der anderen Seite war es sein Vater, der ihm das Fahrradfahren beigebracht hat. Vor allem auch aus diesem Grund habe er versucht, ihn in guter Erinnerung zu behalten.

Der Kampf gegen die Sucht

Er meinte, dass er es vielleicht auch deshalb verdrängte, dass sein Vater zu oft zur Flasche gegriffen habe, er auch vermehrt die Kontrolle über sich verloren hat und sowohl zu seinen Kindern, als auch zu seiner Frau oft äußerst brutal sein konnte. Es bleibt Jan Ullrich zu wünschen, dass er ernsthaft und aus Eigeninitiative eine Therapie macht und alles dafür tut, seine Probleme in den Griff zu bekommen, um seine harte Vergangenheit zu verarbeiten. Denn ohne professionelle Hilfe wird er sein Leben aller Voraussicht nach nicht retten können. Dazu ist zu viel passiert, es kam zu so vielen Eskapaden in kürzester Zeit und jedes Mal war extrem viel Alkohol im Spiel. Bei dieser Suchtkrankheit hilft nur ein klarer Cut und Unterstützung von Fachkräften, die darin geschult sind, Suchtkranken einen neuen Start ins Leben zu ermöglichen.