Natürlich wollen Michael-Jackson-Fans mit Sicherheit keine Missbrauchsopfer treffen und bestimmt auch keine Täter, die sich gnadenlos an kleinen Kindern vergreifen, schützen. Allerdings läuft es daraus hinaus, wenn gefordert wird, an dem so hoch verehrten Idol auf keinen Fall zu rütteln. Das muss auch Oliver Pocher feststellen, der sich gerade zum Erscheinen der Dokumentation "Leaving Neverland" auf ProSieben zu dem Thema mit einem ausführlichen Statement geäußert hat. Darin erklärt Pocher, warum er an der Schuld von Michael Jackson keinen Zweifel hat: "Sexueller Missbrauch läuft in den meisten Fällen nur zwischen zwei Personen ohne Zeugen ab...von daher wird es immer zur Aussage gegen Aussage Situation kommen.

Werbung

Aber warum sollen sich Kinder (und dann auch immer nur Jungs!) solch eine Geschichte ausdenken?" Für Oliver sind die Handlungen von Michael Jackson "abartig".

Mutige Gedanken von Oliver Pocher zu Michael Jackson

Oliver Pocher ist vielleicht manchmal frech und dreist, aber sicherlich ist er kein dummer Mensch. Er hat vorher genau gewusst, dass ihm ein eisiger Wind entgegen blasen würde und so sind mittlerweile auch hunderte von wütenden Kommentaren unter seinem Post lesen. Aber Oliver Pocher war es wichtiger, dass Menschen darüber lernen, wie Missbrauchsopfer sich erst langsam darüber bewusst werden, was mit ihnen geschehen ist und wie furchtbar sie und ihre Familien leiden.

Für die Fans von Michael Jackson gibt es vor allem zwei Totschlag-Argumente, die das seltsame Verhalten des Musikers unantastbar machen sollen. Nummer 1: Michael Jackson ist tot und nun solle sein Andenken nicht beschmutzt werden. Nummer 2: Die Opfer seien allesamt geldgierig.

Die Dokumentation "Leaving Neverland" hat aber etwas ganz anderes gezeigt. Und Oliver Pocher hat genau deshalb auch in seinem Statement darum gebeten, dass sich seine Follower doch bitte die Dokumentation genau ansehen sollen.

Werbung

Übrigens kann an dieser Stellte ProSieben sehr gelobt werden, die Doku wurde fast ohne Werbung und dafür aber immer wieder mit Einblendungen von Opferhilfe-Telefonnummern gesendet.

Neverland und Michael Jackson sind ein warnendes Beispiel

Als Gerichtsreporterin habe ich unzählige Männer vor Gericht gesehen und gehört, die genau mit so einer Masche Kinder angelockt und missbraucht haben. Die Täter machen sich für Kinder attraktiv und zwar meistens mit Freizeitaktivitäten, Spielzeug, Tieren und natürlich der neuesten Playstation.

Je nach Alter gibt es auch Alkohol, Drogen und schlüpfrige Magazine und Filme, eben alles was zu Hause verboten ist. Die Kinder wollen daher oft unbedingt möglichst viel Zeit mit den Tätern verbringen und nehmen den Missbrauch als notwendiges Übel in Kauf.

Typisch ist, dass die Täter es schaffen, den Kindern Schuldgefühle zu vermitteln. Ich habe tatsächlich oft gehört, dass erwachsene Männer über vierjährige Mädchen sagen: "Sie hat es doch so gewollt." Oder allen Ernstes behaupten von dem Kind verführt worden zu sein.

Werbung

In Deutschland wäre Michael Jackson verurteilt worden

Übrigens bin ich mir sehr sicher, dass Michael Jackson vor deutschen Gerichten mit seiner Masche nicht durchgekommen wäre. Jedenfalls nicht bei den Richtern, die ich bisher kennengelernt habe. In Amerika regiert Geld eben ein bisschen mehr die Welt als bei uns und Michael Jackson konnte sich die besten Verteidiger der Staaten leisten. Und die haben ganze Arbeit gemacht. Zum Beispiel wurden bei der Durchsuchung von Michaels Schlafräumen auf der Neverland Ranch Pornos gefunden, auf denen Fingerabdrücke der Kinder und seine eigenen Fingerabdrücke waren. Daraufhin haben es seine Verteidiger erreicht, dass Fingerabdrücke in diesem Prozess grundsätzlich nicht als Beweismittel gelten durften.

Wer "Leaving Neverland" verpasst hat, kann die Doku bei 7TV streamen.