Soteria - in der Isar Amper Klinik in München Haar untergebracht im Haus 14.

Der Begriff "Soteria" war mir völlig unbekannt. Kein Wunder, denn es gibt nur sehr wenige Kliniken die diese spezielle Form der stationären Behandlung anbieten. Anfangs war ich skeptisch, denn ich habe schlechte Erfahrungen mit dem Zusammenleben gemacht. Ich wollte nicht wieder unterdrückt werden und in meinem Zuhause untergehen. Heute bin ich froh, dass ich der Soteria eine Chance gegeben habe sich vorzustellen.

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Im Haus 14 gibt es zwei Stationen. Ich war im Erdgeschoss. Die Bilder stammen aus meiner Zeit.

Anfangs wurde ich in einem Drei-Bett-Zimmer einquatiert.

Das Zusammenleben klappte sehr gut. Auf dieser Station sind sowohl jüngere als auch ältere Menschen, sowohl männlich als auch weiblich untergebracht. Es ist eine sehr große Wohngemeinschaft. Diese besteht jedoch nicht nur aus Patienten, sondern auch Pflegern und Ärzten.

Soteria das zweite Zuhause

Das Besondere an dieser Station ist das Gefühl von Zuhause und Familie. Man merkt eigentlich nicht, dass man sich im Krankenhaus befindet. Zum Teil liegt es auch daran, dass die Ärzte und Pfleger keine Kittel oder weiße Klinikkleidung sondern ganz normale zivile Kleidung tragen. Auch die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen. Die Ärzte und Pflege sitzen mit den Patienten an dem langen Tisch. Sie unterhalten sich über völlig normale und private Dinge, eben so wie Familie oder Freunde.

Anfangs waren wir sehr viele Frauen und nur ein junger Mann.

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Das machte sich sowohl bei der Gestaltung des Frühstücktischs als auch bei den Kreationen des Mittagessens bemerkbar. Denn anders als beim normalen Krankenhausaufenthalt gehört es bei der Soteria mit dazu, dass die Patienten, wie Zuhause, alles selber machen.

Wöchentlich werden Putz- und Kochpläne erstellt. Festgelegt wer für Frühstück und Abendessen zuständig ist, Kuchenbacken, Einkaufen, die Stationswäsche und vieles mehr.

Regelmäßig finden verschiedene Gruppentherapien (Musik oder Malen), Ausflüge und Gespräche statt.

Abends trafen wir uns im Wintergarten / Raucherraum und hatten Kräutertee-Party-Time. Gemütlich bei Kerzenschein hörten wir Musik, tranken kannenweise Kräutertee, sangen und tanzten.

Morgens hatte ich immer ein Ritual. Mit einer frischen Tasse Kaffee setzte ich mich an den Hinterausgang des Wintergartens zum Garten hin. Dabei konnte ich stundenlang den Eichhörnchen beim Kriegenspiel an den Bäumen zuschauen. Es hatte sehr beruhigende und ausgleichende Wirkung.

Jeder Patient hat mindestens einen Betreuer und sie kümmern sich wirklich um viele Belange.

Egal ob private Dinge geregelt werden müssen, Probleme mit Ämtern bestehen oder die Zukunft geplant werden muss.

Die Soteria im Haus 14 und die Pfleger /innen haben es geschafft, dass Schreckgespenst Psychiatrie zu bändigen

Leider nimmt die Soteria nur Patienten bis zu einem bestimmten Alter auf. Ich würde mich freuen, falls ich wieder mal in die Psychiatrie muss, wenn ich wieder in die Soteria darf. Ich denke oft und positiv an diese Zeit und Erfahrung zurück. Ein Krankenhaus was wirklich hilft und heilt und nicht kränker macht als man ist.

Das Gespräch wurde persönlich geführt. Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos liegt vor.