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In vielen Ländern stehen psychische Erkrankungen ganz vorne bei den Ursachen für Krankschreibungen, so auch in Deutschland. Laut Statistiken vieler Krankenkassen, gelten Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen zu den „teuersten“ Leiden unseres Gesundheitssystems. Dies wird auch beim Kongress des #DGPPN (Kongress Deutscher Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) vom 28. November bis zum 1. Dezember 2018 im CityCube in Berlin ein großes Thema sein, während gleichzeitig auch gesundheitspolitische, gesellschaftliche und kulturelle Themen im Zentrum stehen. Rund 9000 Ärzte und Wissenschaftler aus 50 Nationen mit 650 Einzelveranstaltungen und Fort- und Weiterbildungsakademien mit rund 80 Workshops beschäftigen sich intensiv mit biologischen, psychotherapeutischen und sozialpsychiatrischen Inhalten.

Weitere Ziele des Kongresses sind es gemeinsam nicht nur rein eigennützige Vereinbarungen, oder Absprachen zu schaffen, sondern dafür zu sorgen, dass zukünftig eine bessere Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gewährleistet wird und die Patientensicherheit sowie die Versorgungsqualität auf das höchstmögliche Niveau angepasst werden.

Es besteht Handlungsbedarf auf allen Ebenen

Der Kongress Deutscher Gesellschaft für #Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde findet jedes Jahr in Berlin statt und ist ein extrem wichtiger und sehr großer Event, der nicht nur über die Zukunft der Psychiatrie in Deutschland, sondern auch um das Wohl vieler betroffener Menschen entscheidet. In deutschen psychiatrischen Kliniken werden täglich Unmengen Medikamente verabreicht.Einige Psychopharmaka stehen laut Forschern sogar im Verdacht Psychosen zu verschlimmern, während andere Medikamente ein hohes Suchtpotential besitzen und die Patienten müssen auf höhere Dosen eingestellt werden und geraten in einen pharmakologischen Teufelskreis.

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Außerdem stellt die Betreuung in der Psychiatrie eine große Herausforderung dar, da nach der stationären Behandlung eine aufwändige ambulante Therapie erfolgen muss, die in vielen Fällen nicht stattfindet. Es empfiehlt sich in solchen Fällen einen vertrauenswürdigen niedergelassen Arzt aufzusuchen, der auf solche Fälle spezialisiert ist.

Schizophrenie und soziale Gemeinschaft

Es kursieren unendlich viele Geschichten über Patienten, die sich völlig hilflos und missverstanden fühlen, da für sie beispielsweise das Krankheitsbild der #Schizophrenie von der breiten unaufgeklärten Masse völlig falsch verstanden wird. Sie klagen über eine Gesellschaft, die in keinster Weise aufgeklärt ist, da in Deutschland bei Weitem nicht genügend Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird und psychisch Kranke deshalb großen Integrationsproblemen ausgeliefert sind, was dazu führt, dass ihnen oft nichts anderes übrig bleibt, als immer wieder den Weg zurück in die Klinik zu suchen, wo einige medizinische Fachkräfte, bei häufig völlig überfüllten Stationen, kaum Zeit finden sich mit den im Laufe der Zeit entstehenden sozialen und gesellschaftlichen Problemen auseinander zu setzten und deshalb oft einfach nur sehr starke Medikamente teilweise auch viel zu hoch dosiert und in einigen Fällen auch etwas sehr zu breitflächig einsetzen.

Außerdem beklagen sich Betroffene oft über ein „krankes“ psychiatrisches Versorgungssystem, in welchem psychisch Kranken die Hoffnung auf Heilung beinahe völlig genommen wird und sie quasi abgeschrieben werden, aus dem Berufsleben ausscheiden, in die Erwerbsunfähigkeit fallen oder gesellschaftlich sogar völlig aus dem „normalen“ Leben in Einsamkeit ausscheiden.

Doch bei aller Kritik muss unterschieden werden ob ein akzeptables Verhältnis zwischen Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen besteht und in wie weit der Gebrauch und die Verordnung von Medikamenten im richtigen Verhältnis stehen.

Der Umgang mit Psychopharmaka

Der Umgang mit Psychopharmaka bedarf viel Disziplin und fordert ein hohes Basiswissen über Wirkfaktoren, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, welche dem Klienten oft in psychoedukativen Gruppen, während der Klinikaufenthalte vermittelt werden sollten und auch müssen. Betroffene, welche in diesen Punkten noch unaufgeklärt sind empfiehlt sich das Buch „Umgang mit Psychopharmaka“ von Nils Greve, Margret Osterfeld und Barbara Diekmann, das sich mit der praktischen Handhabung von Medikamenten und dem selbstbewusstem Umgang mit Ärzten beschäftigt. Außerdem werden umfangreiche Tipps bei Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Medikamenteneinnahme für ältere Menschen, Schwangere, sowie das Reduzieren oder Absetzen von Psychopharmaka gegeben. Der Ratgeber, welcher viel Wissenswertes über Psychopharmaka und Neuroleptika zusammenträgt, umfasst 287 Seiten, ist sehr kompakt, sowie leicht verständlich geschrieben und somit nicht nur eine wertvolle Hilfestellung für Betroffene und ihren Angehörigen, sondern ebenso eine schnell greifbare Informationsquelle für Fachpersonal, wie Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten oder Neurologen.