Was als Hypothese einer Kinder- und Jugenderkrankung begann, ist spätestens seit 2017 auch offiziell bekannt als #PANS-Syndrom für alle Altersklassen (PPN PANS-Guidelines, Paragraph IV). PANS ist eine chronisch fortschreitende Krankheit, die jeden Menschen jeden Alters treffen kann, wenn dieser genetisch die Anlage dazu hat. Die Ursache liegt in einem überaktiven inerten Immunsystem, das - einmal aus dem Takt gebracht - ein lebenslanges Problem darstellen kann. Denn das #PANS-Syndrom gilt heute nur dann als heilbar, wenn der Ausbruch in einem der allerersten Schübe eingefangen und aggressiv immunologisch und neurologisch leitliniengerecht behandelt wird.

Ansonsten droht ein in jungen Jahren schubweiser, später chronisch fortschreitender Verlauf. In diesem Fall steht nur noch eine symptombezogene Behandlung zur Verfügung, eine Heilung ist kaum mehr möglich. Dennoch kann die Behandlung der Symptome das Leiden der Patienten lindern und die Lebensqualität erhöhen.

PANS-Behandlung nach den Leitlinien

Laut den PANS-Behandlungsleitlinien sind folgende Angriffspunkte erfolgversprechend:

  • eine immunologische Behandlung
  • eine antientzündliche Behandlung
  • eine psycho- und neuropharmakologische Behandlung

Zusätzlich können Psychoedukation und Psychotherapie den Patienten helfen, mit ihrer rein körperlichen Erkrankung, die jedoch auch das Hirn und damit die Psyche betrifft, ein Stück weit besser klarzukommen.

Wann ist an PANS zu denken?

An eine mögliche PANS-Erkrankung ist dann zu denken, wenn ein Kind oder Jugendlicher in enger zeitlicher Nähe zu einem Infekt oder einer anderen entzündlichen Erkrankung plötzlich, rasend schnell, wie aus heiterem Himmel, Symptome wie bei einer Zwangsstörung oder Tics wie bei Tourette zeigt und weitere neurologische Auffälligkeiten hinzukommen, wie etwa eine plötzliche Verschlechterung der Handschrift, Konzentrations- oder Schlafstörungen.

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Erwachsene PANS-Patienten haben häufig unerklärliche Symptome, kurzzeitig oder permanent. Oft sind diese “Dauergast” bei Fachärzten vieler Fachrichtungen, zeigen Zwangssymptome oder Tics beziehungsweise andere Bewegungsstörungen sowie zahlreiche andere diffuse neuropsychiatrische Symptome. Hinzu kommen besonders oft Hauterscheinungen, Probleme mit der Leberfunktion, den Nieren, dem Herzen, den Augen, den Gelenken, den Testikeln, mit dem Denken, Erinnern usw. Wenn ein erwachsener Patient solche altersuntypischen Symptome zeigt, sollte man sehr genau überprüfen, ob es in der Kindheit oder Jugend einen für PANS typischen Erstschub gab. Dies kann man untermauern, indem man beispielsweise alte Schulhefte (so noch aufbewahrt) durchforstet und nach gravierenden Veränderungen in der erinnerten Zeitperiode fahndet.

Ein wenig Detektivarbeit hilft!

Sind ausreichend solide Indizien für einen PANS-typischen Erstschub in Kindheit oder Jugend vorhanden, kann auch bei Erwachsenen die Diagnose PANS-Syndrom zuverlässig gestellt werden, sofern jede andere Krankheit als Erklärung ausgeschlossen wurde.

Man lese dazu die PPN PANS-Leitlinien. Wer also als Erwachsener mit Zwängen, Tics, Denkstörungen und einer Reihe weiterer Symptome aus den verschiedensten Fachbereichen zu kämpfen, aber keine umfassende Diagnose hat, sollte einen Moment lang über die Möglichkeit nachdenken, dass ein PANS-Syndrom vorliegen könnte und das Thema mit seinem Arzt besprechen, ohne sich abwimmeln zu lassen. #PANS Krankheit