Das PANS-Syndrom ist eine immunologische Erkrankung, welche die natürlichen Regulationsmechanismen im Körper der Patienten in ein veritables Chaos stürzt. Betroffen sind vor allem das Gehirn mit Denkstörungen, Tic-Symptomen und vielen weiteren Zeichen einer Schädigung im Bereich der Basalganglien (eine bestimmte Region des Großhirns). Hinzu kommen dutzende potentielle weitere Symptome an so ziemlich jedem Organ, da das Immunsystem den ganzen Körper umfasst.

PANS bei Erwachsenen!

PANS ist keine neue Krankheit, sie wurde lediglich erst in den vergangenen drei Jahrzehnten Stück für Stück entdeckt. Dachte man anfangs, es handele sich um eine reine Kinder- und Jugendkrankheit, so weiß man heute dank neuester Studien, dass PANS in jedem Lebensalter sein Unheil anrichten kann.

Diese Altersunabhängigkeit ist auch Teil der neuen PANS PPN Guidelines von 2017 (Paragraph 4). Bezüglich des Altersfaktors ist nur von Bedeutung, dass PANS mit einem fulminanten Beginn im Kontext einer Infektion vor dem Ende der Pubertät ausbrechen muss. Ein schleichender Beginn in höherem Lebensalter schließt PANS nach heutigem Kenntnisstand aus.

Doch Vorsicht!

Das PANS-Syndrom führt Ärzten und Patienten leicht auf falsche Fährten. Denn nach kurzen und heftigen ersten Schüben im Kindes- und Jugendalter, kann PANS sich subklinisch darstellen, sich also quasi zurückziehen. Das bedeutet, der Patient ist weiter krank, zeigt aber kaum Symptome. Deshalb dachte man im Fall des PANS-Syndroms lange Zeit, dass es sich mit der Pubertät “auswachse”. Doch weit gefehlt.

Was ist zu beachten?

Kliniker wussten es schon, offiziell ist es seit einer epidemiologische Studie von 2012 bis 2017 mit mehr als tausend Patienten: Wer einmal PANS hat, der hat es immer.

Top Videos des Tages

Auch als Erwachsener, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Wobei die Krankheit im Jugendalter tendenziell eher in kurzen heftigen Schüben verläuft, im dritten Lebensjahrzehnt oft in den kaum merklichen subklinischen Bereich “verschwindet”, um dann ab dem vierten Lebensjahrzehnt als chronisch-fortschreitende und nicht heilbare Erkrankung erneut aufzuflammen.

Man hatte die erwachsenen Patienten zunächst nicht im Blick gehabt, da keine Studiendaten über den Langzeitverlauf zur Verfügung standen. Heute liegen diese vor und man weiß, dass PANS vielgesichtig ist, nur keine Kinderkrankheit. Die PANS-Erkrankung betrifft also auch Erwachsene, die ihren Erstschub in der Kindheit hatten. Die genaue Zahl der erwachsenen Patienten ist bislang unbekannt, PANS gilt als seltene Erkrankung. Doch ob es bei dieser Einschätzung bleibt, wird die Zeit zeigen. Denn auch Ärzte können nur das erkennen, was sie kennen. Eine realistische Zahl über die Verbreitung des PANS-Syndroms bei erwachsenen Patienten wird es daher erst in einigen Jahren geben.

Was benötigen erwachsene PANS-Patienten?

Erwachsene PANS-Patienten bedürfen einer Besonderheit in der Behandlung. Neben dem Neurologen muss auf jeden Fall ein (hausärztlicher) Internist, ein Kardiologe, ein Immunologe, ein Hepatologe, ein Nephrologe, ein Ophtalmologe, ein Dermatologe und ein Endokrinologe etc. eingebunden sein. Der Grund: erwachsene PANS-Patienten zeigen gravierendere systemische Symptome, also Probleme abseits des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Hier ist größte Achtsamkeit geboten, damit erwachsene Patienten mit PANS-Syndrom koordiniert medizinisch behandelt werden können.