Viele Parasiten haben über tausende von Generationen das Talent erworben, die Handlungen und das Denken ihrer Wirte so zu kontrollieren, dass sie selbst einen Vorteil davon haben. Betroffen ist meist das Hirn. Bei vielen Parasiten, Bakterien und Viren geht man inzwischen davon aus, dass sie psychische Erkrankungen simulieren können, durch einen Befall des menschlichen Gehirn. Im Fall des Parasiten “Toxoplasma gondii”, der eine Toxoplasmose auslösen kann, weiß man es inzwischen mit Sicherheit.

Heimlich ferngesteuert?

Toxoplasmose kann auch Menschen befallen, ohne dass man davon etwas bemerkt. Doch der Parasit erschafft zystische Strukturen im Gehirn der betroffenen Menschen.

Gefährlich ist eine Toxoplasmose für Frauen, die schwanger sind - Fehlgeburten und andere Komplikationen können folgen. Deshalb sollten schwangere Frauen besser etwas Abstand zu freilaufenden Katzen (besonders zu ihren Ausscheidungen) halten und kein rohes Schweinefleisch (Mett) essen.

Der Parasit ist erstaunlich “intelligent”. Weil er sich nur in den Gedärmen von Katzen vermehren kann, infiziert er die Gehirne von Mäusen und Ratten. Diese verlieren daraufhin ihre normale Angst vor ihren Fressfeinden und werden eine Beute für unsere Hauskatzen. Somit hat der Parasit sein Ziel erreicht: er gelangt wieder in eine Katze, kann sich multiplizieren und wird durch den Kot unserer samtpfotigen Hausgenossen wieder weiter verbreitet.

Wir auch?

Ttrifft dies auch auf Menschen zu? Die Antwort ist ein "Jein”.

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Es gibt solide Studien, dass auch befallene Menschen risikofreudiger und rücksichtsloser werden - aber keine Sorge. So lange man nicht anderweitig schwerst erkrankt ist, tut einem eine Toxoplasmose sonst nichts an. Frauen in einer Schwangerschaft sollten jedoch umsichtig sein. Abstand zu Katzen ist ratsam, ebenso wie zu allen Produkten aus rohem Schweinefleisch. Aber auch hier gilt es, Ruhe zu bewahren. Denn viele Frauen haben bereits Antikörper gegen Toxoplasmen (was gut ist), so dass das Thema am besten in Ruhe mit dem Frauenarzt besprochen werden sollte. Keine Panik!

Toxoplasmosen-Schizophrenie?

Der Verdacht, dass dieser konkrete Parasit auch ein Schizophrenie verursachen kann, erhärtet sich ebenfalls immer mehr. Wobei man ganz klar sagen muss, dass in einem Land wie Deutschland, in dem viel rohes Schweinefleisch verzehrt wird, die Durchseuchungsraten (>50% der Bevölkerung) extrem hoch sind - und den Menschen geht es trotzdem gut. Vermutlich kann daher die Toxoplasmose nur bei jenen Menschen eine Schizophrenie verursachen, die eine (erbliche) Anfälligkeit dafür haben. Bei einer frischen Schizophrenie sollte man dennoch unbedingt eine Untersuchung auf Toxoplasmose durchführen. Man muss selbst darauf bestehen, da dieser Test kein Standard in der Psychiatrie ist. Dies nicht abzuklären, wäre jedoch fahrlässig.