Früher füllte uns der Tennisarm das Wartezimmer, heute ist es der “Mausarm”. Korrekt heißt das Beschwerdebild RSIS (Repetitive Strain Injury Syndrome) und betrifft sowohl den Fachbereich der Orthopädie wie auch den der Neurologie. Die Patienten leiden in der Regeln an Schmerzen oder einer “verhärteten” Muskulatur von der Hand aufwärts bis weit hinein in den Bereich des Schultergürtels. Nervenschäden durch Druck- und Fehlbelastungen lassen den Mausarm zu einem schmerzhaften Leiden werden, sogar “eingeschlafene” Finger kommen immer häufiger vor, oft sogar chronifiziert.

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Der Mausarm ist kein Scherz!

So niedlich er klingen mag, aus orthopädischer und neurologischer Perspektive heraus ist der Mausarm kein Scherz, sondern ein ernsthaftes Leiden.

IT-Geräte wie Computer mit einer “Maus” führen zu einer monotonen Belastung in ungünstiger Fehlhaltung des Oberkörpers; vor allem auf jener Körperseite, von der die Maus bedient wird. Deshalb nennen manche Zeitgenossen das Mausarm-Syndrom auch “Studentenarm” oder “Vorzimmerarm”, in Anspielung auf die stundenlange Beschäftigung mit Computer und Maus in Büroberufen. Doch sollte man diese verniedlichenden Ausdrücke tunlichst vermeiden. Viele Patienten, die sich mit einem Mausarm in der Sprechstunde vorstellen, haben schon eine ganze Weile Selbsttherapien [VIDEO] mit Schmerzmitteln [VIDEO] hinter sich, die alle nicht ohne Nebenwirkungen sind, teils sogar regelrecht riskant.

Der Meinheimer-Griff zur Vorbeugung?

In einem Zeitungsartikel wie diesem darf und soll man keine Selbstdiagnose anraten oder gar Therapieratschläge geben.

An sich versteht sich das von selbst. Doch zur Sicherheit wiederhole ich diesen Hinweis gern noch einmal: Wenn Sie glauben krank zu sein oder krank zu werden, gehen Sie bitte zu einer Ärztin oder einem Arzt! Der vorbeugende Tipp gegen den Mausarm, der folgend vorgestellt wird, ersetzt in keiner Weise eine ärztliche Behandlung! Die Rede ist vom Meinheimer-Griff, benannt nach Dr. Meinheimer, einem amerikanischen Querdenker. Der Trick ist so einfach, dass er schon wieder genial ist. Natürlich gibt es darüber keine Studien und wir bewegen uns hier “nur” auf dem Boden der Erfahrungsmedizin. Normalerweise sollte man sich stets an evidenzbasierte Behandlungen halten, doch bei der Vorbeugung des Mausarms drücken wir sprichwörtlich mal beide Augen ausnahmsweise zu. Denn der Meinheimer-Griff hat sich nach meiner persönlichen Erfahrung bewährt.

Links- und Rechtshänder aufgepasst!

Eine schematische Darstellung des Meinheimer-Griffes sehen Sie in der Bebilderung dieses Artikels. Nach Dr. Meinheimer soll man seine Computertastatur oder sein Notebook so positionieren, dass vor der Tastatur ausreichend Platz für die Computermaus ist.

Der Abstand von Bildschirm und Tastatur zum Benutzer wird dadurch etwa 10-15cm weiter. Dies fördert einerseits eine aufrechtere Sitzhaltung, andererseits - und das ist der eigentliche Trick - bekommt der jeweilige Arm viel mehr Spielraum (Fläche) für die Bewegung der Maus. Auf ein Maus-Pad sollte verzichtet werden und die Computermaus sollte maximalen “Auslauf” bekommen. Das bedeutet, die Maus wird im gesamten Bereich rechts (bei Linkshändern spiegelverkehrt) und auch vor der Tastatur bewegt. Die Fläche, auf der die Computermaus herumhuschen kann, vergrößert sich damit um ein Mehrfaches. In der Folge verringern sich monotone Bewegungen und eine zu starre Körperperhaltung. Das Arbeiten mit der Maus wird spielerischer und flexibler, Bewegung kommt in den Körper, das Risiko einer Dauerbelastung innerhalb eines eng gefassten Bewegungsradius verringert sich. Ich persönliche nutze den Meinheimer-Griff schon bald zehn Jahre und hatte schon Vieles - aber nie einen Mausarm.

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Bitte beachten Sie, dass ein Zeitungsartikel keine medizinische Behandlung ersetzt. Hinter “kribbelnden” oder “tauben” Fingern etc. können sich ernsthafte Erkrankungen verbergen. Bitte suchen Sie in solch einem Fall unbedingt einen Mediziner auf! Alle Angaben ohne Gewähr!