Impfungen gehören zu den größten medizinischen Fortschritten [VIDEO], die wir in der Menschheitsgeschichte leisten konnten, so viele überzeugte Ärzte: Jährlich wird offiziellen Berichten zufolge durch Impfungen verhindert, dass 2,7 Millionen Menschen sich mit Masern infizieren, zwei Millionen an Tetanus und eine Million Menschen an Keuchhusten erkranken. Dennoch steigt vor allem in der EU jährlich die Rate an im Regelfall durch einfache Impfungen vermeidbaren Krankheiten, die Sterberate an Krankheiten wie Masern ist in den letzten Jahren gar gestiegen.

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Betroffen sind vor allem auch Kinder, die durch elterliche Entscheidung den Impfungen entzogen werden und dementsprechend anfälliger auf eigentlich durch Impfschutz abgeschwächte Krankheiten wie Masern reagieren.

Allein in Deutschland stehen mindestens 10% der Deutschen Impfungen kritisch gegenüber und 3% bezeichnen sich als überzeugte Impfgegner.

Sanktionierung von Impfgegnern

Erste Stimmen werden laut, die die konkrete Sanktionierung von Eltern fordern, die ihre Kinder nicht impfen lassen. Demnach sollen Impfungen zum Beispiel in der Kita erfolgen, bei Verweigerung einer Impfung soll dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden, bei fortwährender Verweigerung sollen schließlich gar Bußgelder folgen, so die Idee des ehemaligen Bundesministers für Gesundheit Hermann Gröhe. Fraglich ist, ob das nicht auf massive Gegenwehr stoßen wird, stellt dies doch einen enormen Eingriff in die elterliche Erziehungsfreiheit dar. Ein weiterer Vorschlag anderer Positionen ist, dass als Sanktionierungsmaßnahme staatliche Hilfen wie das Kindergeld gestrichen werden sollen.

Begründet werden solche Hardliner-Positionen damit, dass durch die elterliche Entscheidung die Gesundheit vieler auf dem Spiel steht. Fraglich ist, ob die Kürzung oder gar Streichung des Kindergeldes nicht dem Kind ebenso zur Last fällt, denn das Kindergeld dient primär auch der Erziehung des Kindes.

Einführung einer Impfpflicht

In Betracht kommt die heiß diskutierte Impfpflicht, doch die Einführung einer solchen Pflicht wird als Verstoß gegen geltendes Recht gesehen: Bereits im Jahre 1875 trat das sogenannte "Reichsimpfgesetz" in Kraft, das jedem Kind eine Impfung gegen die Pocken aufzwang, die zweite Impfung sollte ab der Vollendung des zwölften Lebensjahres erfolgen. Dagegen sprechen jedoch im Grundgesetz verankerte Regelungen, so zum Beispiel das Recht auf Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit gemäß Art. 2 Abs. 2 S.1 GG. Dort heißt es nämlich unter anderem: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit". Somit könnte die Einführung einer Impfpflicht gegen verfassungsrechtliche Grundsätze verstoßen und wäre deshalb verfassungswidrig. Dennoch ist die Einführung einer Impfpflicht nicht vollständig ausgeschlossen, es bleibt abzuwarten, wie sich die Angelegenheit entwickeln wird.