Viele Kampagnen zur psychischen Gesundheit, Stichwort Burnout, ermutigen Männer mehr Zeit mit Reden zu verbringen. Diese Ermutigung zum Sprechen, bis das Ohr des Therapeuten blutet, wird häufig gefordert, wenn es um die psychische Gesundheit der größten Minderheit der Welt geht: dem Mann. Männer werden häufig als selbstzerstörerisch, still, hartnäckig und stoisch gegenüber psychischen Problemen dargestellt.

Burnout als Geschlechtsdiskriminierung?

Zum Beispiel startet die australische nationale Kampagne für psychische Gesundheit "Beyond Blue" ihre Webseite für Männer mit dem grob vereinfachten Satz "Männer sind dafür bekannt, Dinge aufzustauen".

Verpasse keine News mehr Folge dem Gesundheit-Kanal

In diesem Diskurs werden die Männer selbst implizit für ihre psychischen Probleme verantwortlich gemacht. Das ist eine höchst unprofessionelle und äußerst problematische Sichtweise, und zwar aus verschiedenen Gründen.

Erstens verblasst darüber der harte Beleg dafür, dass der soziale Kontext ein wichtiger Grund der psychischen Gesundheit ist. Zweitens gibt sie dem Opfer die Schuld und trägt so zu einem Mangel an Einfühlungsvermögen und Verständnis bei. Drittens ignoriert sie viele Forschungen, die darauf hinweisen, dass es verschiedene Modalitäten der psychischen Gesundung gibt, von denen viele eher handlungsorientiert als gesprächsbasiert sind.

Da hilft nur ein Schlag auf den Kopf

Die neuere Forschung zeigt, dass soziale Faktoren (und nicht schweigsame Männer) eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und dem Fortbestehen der psychischen Gesundheitsprobleme von Männern spielen. Beispielsweise sind die Selbstmordraten von Männern und auch der Drogenmissbrauch in ländlichen Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit und rückläufiger Industrie am höchsten.

Wunder, oh Wunder, was die neomarxistische Wissenschaft doch alles herausfindet. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Dem Kopf eines Experten, den das wundert, ist auf der Couch nicht mehr zu helfen. Dem hilft nur ein Schlag mit der Couch auf eben jenes Körperteil, das alles überragt.

Männer brauchen sichtbaren Erfolg

Gemeinsam ist diesen Negativerfahrungen meist ein Prozess des Schocks (“Mist, wieso ist mein Arbeitsplatz plötzlich in China?”), des Verlustes und der anschließenden Erfahrung eines existentiellen und finanziellen Vakuums (Stichwort Scheidung) sowie eine allgemeine Verteufelung der Männlichkeit (auch wenn männliche Freizeitaktivitäten bisweilen vulgär anmuten). Konkrete negative soziale Erfahrungen sind oft die Ursache für den Burnout des Mannes. Der Hinweis auf die angebliche Unfähigkeit der Männer, “sich zu öffnen", ignoriert diese grundlegenden sozialen Fragen und ist einfach nur präemanzipatorisch.

Nicht das Burnout-Opfer beschuldigen

Dies kann zu einer schädlichen Legende führen, die Männer für ihre psychischen Probleme selbst verantwortlich macht.

Dies wiederum bedeutet, dass ihr eigenes Verhalten die Ursache wäre. Das ist nichts als dummes Zeug und "Victim-blaming". Diese "Empathielücke" gegenüber Mändern ist eine Schande für die postmodernen Quacksalber, die heute die Forschung beherrschen uns diesen Unfug in die Welt posaunen.

Solide Forschung deutet darauf hin, dass viele Männer handlungsorientierte Heilmethoden den Gesprächsansätzen vorziehen. Dazu gehört auch regelmäßige Bewegung, kaltes Duschen, körperliche Arbeit mit Erfolgserlebnissen, Teambuilding und etwas weniger Schlaf. Außerdem eine gute Auslastung der Sexualorgane. Ebenso können kirchliche Beratung und traditionelle, auf Gebet basierende Beratungen die psychische Gesundheit von Männern zusätzlich stabilisieren. Auch digitale Hilfsansätze können Männer motivieren, sich therapeutisch angeleitet, sich mit sich selbst und ihren Hoffnungen und Wünschen positiv zu beschäftigen. Einige Kassen testen solche Digitaltherapien bereits.

Burnout entweiblichen

All dies wurde vor kurzem auf einem Symposium zur psychischen Gesundheit von Männern an der McGill University ausführlich diskutiert, wo prominente Forscher, Journalisten und Politiker über grundlegende Fragen und mögliche Lösungen kontrovers diskutierten. Es ist an der Zeit, die Stereotypen hinter sich zu lassen und die Psychotherapie zu defeminisieren.