Jeder hat schon davon gehört, aber was steckt wirklich alles hinter einer multiplen Persönlichkeitsstörung- oder wie es richtig heißt einer dissoziativen Identitätsstörung. Hinter diesem Fachbegriff steckt das Wort "Dissoziation", welches in der Psychologie nichts weiter als als eine krankhafte Entwicklung ist, in der die Denk-, Handlungs- oder Verhaltensabläufe in einzelne Teile zerfallen. Das Wort "Persönlichkeitsstörung" sollte selbsterklärend sein.

Multiple Persönlichkeitsstörung: Definition / Diagnose

Die Störung beinhaltet dass, der Betroffene zwei oder mehr Persönichkeitszustände hat, welche mehrmals das Verhalten kontrollieren.

Es gibt immer eine primäre Identität, welche der Betroffene selbst ist und die restlichen so genannten „wechselnden Identitäten“. Der Erkrankte kann sich nicht an die Geschehnisse erinnern, während er von einer anderen Identität kontrolliert wurde. Die wechselnden Identitäten haben alle verschieden Namen, Charaktereigenschaften, persönliche Geschichten und ein anderes Alter. Außerdem haben die Identitäten ein anderes Wissen und können andere Sprache sprechen. Die wechselnden Identitäten sind meistens gegenseitig zur primären Identität. Sie treten durch bestimmte Umstände auf. Alle Identitäten stehen häufig im Konflikt zueinander.

Multpile Persönlichkeitsstörung: Ursachen

Die Ursachen für eine dissoziative Identitätsstörung sind sexueller Missbrauch, hauptsächlich in der Kindheit. Außerdem zählen zu den Gründen auch Verwahrlosung und extreme Vernachlässigung.

Auch frühe Traumatisierungen wie zum Beispiel Krieg oder extreme Armut können zu dieser Krankheit führen. Generell kann man sagen dass, Kinder als Schutzreaktion in hilflosen und gefährlichen Lagen die Realität vom Bewusstsein abtrennen und so kann sich in ihrem späteren Leben eine dissoziative Identitätsstörung entwickeln.

Multiple Persönlichkeitsstörung: Symptome

Zu den Symptomen einer dissoziativen Identitätsstörung gehören unter anderem posttraumatische Symptome. Diese beinhalten zum Beispiel Alpträume und Flashbacks. Es gehört auch ein suizidales/aggressives Verhalten dazu. Die Betroffenen üben oftmals Selbstverletzungen aus, dies tun sie um unerträgliche Spannungen kurzfristig zu beenden. Es können auch Symptome anderer Störungen auftreten. Zum Beispiel von affektiven Störungen* , sexuellen Störungen, Essstörungen, Schlafstörungen und Störungen psychotroper Substanzen* . Es können auch Symptome von Borderline* auftreten. Außerdem weisen die Erkrankten impulsive Wechsel in ihren Beziehungen auf.

Die primäre Identität weist außerdem Amnesie* auf und ist passiv abhängig. Hinzu kommen Schuldgefühle und Depressionen.

* affektive Störung: Störung des Gefühlslebens, psychotrope Substanzen: Alkohol-, Drogenmissbrauch; Borderline: impulsives Verhalten, starke Gefühlsschwankungen [VIDEO], Störung des Selbstbildes in zwischenmenschlichen Beziehungen

Multiple Persönlichkeitsstörung: Verlauf

Bei einer dissoziativen Identitätsstörung handelt es sich um einen veränderlichen klinischen und phasenhaften Verlauf. Die Tendenz ist, dass eine dissoziative Identitätsstörung immer wieder auftritt. Von dem Auftreten der Symptome bis zu der Diagnose vergehen circa sechs bis sieben Jahre. Das liegt daran, dass es zahlreiche Symptome gibt, die auch auf andere Störungen hinweisen. Ab dem Alter von 50 Jahren schwächt die Erkrankung ab. Wenn ein Betroffener geheilt wurde, kann die Krankheit durch große psychische Belastung und traumatische Ereignisse erneut auftreten.

Multiple Persönlichkeitsstörung: Therapie

Um eine dissoziative Identitätsstörung zu behandeln wird eine Psychotherapie angewendet. Es erfolgt eine Stabilisierung des Patienten in fünf Schritten. Zuerst kommt die Aufklärung des Krankheitsbildes. Der zweite Schritt beinhaltet, dass der Patient seine Gefühle bewusst wahrnimmt, um Spannungszustände rechtzeitig abzubauen. Drittens werden die Symptome durch Strategien zur Selbstbewältigung reduziert. Danach versucht der Therapeut kommende Störungen zu erkennen und dagegen vorzugehen. Es folgt die Traumaverarbeitung. Diese passiert schrittweise, damit keine Überforderung entsteht. Falls der Patient während der Therapie die Identität wechselt gibt es verschiedene Strategien um ihn wieder "zurück zu holen". Dies gelingt durch Konzentrationsübungen, wie Balance auf einer wackeligen Unterlage zu halten. Außerdem können Atem- und Gedankenübungen oder starke Gerüche und laute Musik helfen. Nach der Therapie kommen einige Patienten in ambulante, stationäre oder teilstationäre Behandlung.

Ein Beispiel aus der Praxis ist auf cora-baden.de zu finden.