Das PANS Syndrom ist eine Erkrankung, die einen rasanten - manchmal über Nacht einsetzenden - Beginn hat und sich anfangs vor allem mit neuropsychiatrischen Symptomen darstellt; einschließlich Obsessionen, Tics, Bewegungsstörungen, kognitiven Einbußen und zahlreichen weiteren Krankheitszeichen. Darüber hinaus können Beschwerden wie Depressionen, Reizbarkeit und Angstzustände auftreten. Die Ursache von PANS kann vielfältig sein: es wird durch Infektionen, Stoffwechselstörungen oder entzündliche Reaktionen ausgelöst.

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Die Folge ist in jedem Fall eine Fehlfunktion des Immunsystems, das die PANS-Symptome auslöst.

PANS ist eine harte Diagnose

Angehörige beschreiben den Tag des Einsetzens der Symptome oft als den Tag, an dem sie ihr Familienmitglied, so wie sie es kannten, "verloren" haben.

Typischerweise sind die Symptome beim Erstschub dramatisch, wobei sich die Symptome innerhalb von 24 bis 48 Stunden entwickeln. Sie beginnen so plötzlich, dass sich die meisten Angehörigen ganz genau an den Tag und die Zeit erinnern können, an dem das PANS-Syndrom begonnen hat. Nach dem ersten Auftreten können die Symptome und die daraus resultierenden Behinderungen in den nächsten Tagen oder Wochen weiter an Intensität zunehmen, bei chronischen Verläufen langsam über viele Jahre schwankend weiter fortschreiten.

PANS bei Erwachsenen

Eine Reihe von Faktoren können zu kognitiven Schwierigkeiten des Patienten beitragen, darunter unter anderem eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Konzentrations- oder Erinnerungsschwierigkeiten und andere Störungen der Kognition und der exekutiven Funktionen.

Zum Beispiel kann sich ein Patient früher stundenlang auf eine Tätigkeit problemlos konzentriert haben, aber mit PANS nur noch für wenige Minuten. Mathematische Fähigkeiten nehmen oft besonders deutlich, meist auch die Fähigkeit mit “guter” Handschrift zu schreiben, deutlich ab und es wurde berichtet, dass PANS-Patienten Defizite bei den visuell-räumlichen Fähigkeiten entwickeln.

Geistiger Abbau durch PANS

PANS-Patienten können auch eine Reihe von AD(H)S-ähnlichen Symptomen entwickeln, einschließlich Impulsivität, Unaufmerksamkeit und motorischer Hyperaktivität. Ein Patient, der bei der Arbeit oder zu Hause eine hohe Konzentration benötigt, kann plötzlich nicht mehr lange still sitzen oder sich länger konzentrieren und wird arbeitsunfähig - auch da schwere Arbeitsfehler drohen. Nicht psychologisch sondern organisch bedingte Angst in Verbindung mit Hyperaktivität kann des Weiteren zu einem wesensveränderten Patienten führen, der ständig wachsam, unruhig und in Bewegung ist. Besonders bei Erwachsenen weiß man inzwischen, dass manifeste Hirnschäden die Ursache für die neuropsychiatrischen Symptome sind.

Sichtbare Hirnschäden durch PANS

Neueste Forschungen in den USA weisen nämlich nicht nur darauf hin, dass PANS auch Erwachsene treffen kann, sondern dass bei ihnen das PANS-Syndrom eine systemische Erkrankung ist, bei dem zahlreiche Organschäden- oder Funktionsstörungen auftreten können. Im Hirn von erwachsenen PANS-Patienten lassen sich nicht selten Degenerationen bestimmter Hirnareale nachweisen, vor allem im Bereich der Substantia nigra und den Basalganglien. Mittels TCD-Sonographie kann dies inzwischen oft eindrucksvoll dargestellt werden und erinnert an das Bild, das man von der Parkinsonerkrankung kennt. Daher ist es ein guter Schritt, dass die US-PANS-Guidelines inzwischen auch auf Deutsch zur Verfügung stehen. Denn das PANS-Syndrom ist eine schwere, komplexe und unheilbare Erkrankung, die aber medizinisch gelindert werden kann. Das Bewusstsein für PANS, vor allem bei Erwachsenen, muss in der Ärzteschaft noch größer werden, da das PANS-Syndrom eine schwere degenerative, systemische Erkrankung sein kann, wenn es nach den Erstschüben nicht sofort spontan ausheilt und chronisch wird.